Die halbe Brücke von Kaulsdorf

Der S-Bahnhof birgt noch immer eine Reihe von Hindernissen

Wer mit der S5 nach Kaulsdorf kommt und sich mit dem Treppensteigen schwertut, sollte sich seine Termine noch immer besser auf die Nordseite des Bahnhofs legen. Eine Fußgängerbrücke einschließlich zweier Aufzüge gibt es nämlich vom zentral gelegenen Bahnsteig aus nur zum Bahnhofsvorplatz in dieser Richtung. 1,7 Millionen Euro hat die Lift-Lösung mit Halbbrücke in Richtung Buswendeschleife bislang gekostet – eine Fortführung der Fußgängerbrücke auf die Südseite der Gleisanlagen blieb trotz erster Bauvorbereitungen aus dem Jahr 2013 noch immer nur ein Plan.

Im Untergrund

Im Moment haben die Fußgänger in dieser Richtung nur die Wahl, durch den Tunnel zum Heinrich-Grüber-Platz zu gelangen oder aber die ebenerdige Variante entlang der Heinrich-Grüber Straße per großer Brückenschleife zu nutzen. Grundsätzlich weiß man beim Senat und dem Bezirk um die große Misere, die auf S-Bahn-Fahrgäste wartet, welche in Richtung Ortskern Kaulsdorf oder zum Vivantes Klinikum unterwegs sind. „Der Senat teilt die Auffassung, dass zur Verbesserung der barrierefreien Erschließung des Bahnhofs Kaulsdorf nach Süden der Bau einer barrierefreien Brücke auf die Südseite der Bahnanlagen zum Wilhelmsmühlenweg geeignet wäre“, heißt es in einem Antwortschreiben von Senatsstaatssekretär Kirchner (Die Grünen) auf eine Anfrage des Kaulsdorfer Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke). Allein zum Ort des Brückenkopfes auf südlicher Seite am Wilhelmsmühlenweg scheint es noch Diskussionsbedarf zu geben. Dort soll nach einem vor zehn Jahren beschlossenem Bebauungsplan ein Nahversorgungszentrum mit Einzelhandels- und

Dienstleistungseinrichtungen entstehen

Nach Angaben aus dem Bezirksamt plant der Projektentwickler hier auch ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage und Parkplätzen. Hoffnungen, dass sich der Immobilienentwickler nun auch an den Kosten zum Brückenbau hierher beteiligen mag, macht sich das Bezirksamt indes nicht mehr. „Für eine Beteiligung an den Kosten für einen Brückenbau besteht keine Rechtsgrundlage“, teilt das Bezirksamt auf Senatsanfrage mit. Nun ist der Ball zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs endgültig beim Senat gelandet. Der hatte bereits Jahre zuvor entschieden, eine Fußgängerbrücke errichten zu wollen und muss jetzt mit einem Bestellschreiben einen zusätzlichen barrierefreien Zugang bei der Deutschen Bahn ordern.

Bekannte Problematik

Ein Umstand der an anderer Stelle im Bezirk, nämlich am Bahnhof Marzahn, für fast jahrzehntelangen Stillstand noch vor der Projektentwicklung sorgte: Am Eastgate steht schließlich noch immer die Brücke mit den Treppen und ein Übergang in Richtung ist noch immer nicht barrierefrei möglich.

Text und Foto: Stefan Bartylla

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