Den Aufstieg im Blick

Der 1. FC Union Berlin startet runderneuert in die neue Saison

Aufstiegsambitionen, Abstiegsangst und am Ende ein mäßiger Mittelfeldplatz: Das war die Saison 2017/18 des
1. FC Union Berlin. Damit sich die Köpenicker Achterbahnfahrt durch die Tabelle in der kommenden Spielzeit auf gar keinen Fall wiederholt, hat der Verein im Team und im Management ordentlich umgebaut. Und will am 5. August, 15.30 Uhr, beim Heimspiel gegen gegen Erzgebirge Aue gleich beweisen, dass er es mit seinen Ambitionen ernst meint.

In der Mannschaft selbst wurde auf gleich vier Schlüsselpositionen gewechselt. Zwischen den Pfosten wird der erstligaerfahrene Pole Rafal Gikiewicz als Stammtorwart in die neue Saison starten. Jüngster Zugang: Für die rechte Defensivseite und als Trimmel-Backup wurde das Norwegen-Juwel Julian Ryerson verpflichtet. Im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung hat man mit Manuel Schmiedebach und Florian Hübner gleich zwei neue verlässliche Größen von Hannover 96 für die Defensive geholt. Für den zum FC Schalke 04 gewechselten Publikumsliebling Steven Skrzybski kam der Schwede Sebastian Andersson vom FC Kaiserslautern, der in der vergangenen Saison immerhin zwölf Tore geschossen und vier Assists vorgelegt hatte. Zum neuen Kapitän wurde Christopher Trimmel bestimmt, Ex-Cäpt’n Felix Kroos und Marvin Friedrich sind seine Stellvertreter.

Durchwachsene Tests

Die letzte Phase der Testspiele mit zuletzt einem Unentschieden gegen Girondins Bordeaux und einer 0:3-Niederlage beim Londoner Zweitligisten Queens Park Rangers hatte gezeigt, dass für die Köpenicker noch längst nicht alle Bäume in den Himmel wachsen. Allein die großartige Zuschauerresonanz beim Spiel in London gab berechtigte Hoffnungen auf eine tolle neue Spielzeit Mehr als 1.500 Unioner hatten ihre Mannschaft zum Match nach England begleitet. In diesem wichtigen Detail ist Union immerhin schon erstligatauglich.

Trainer Urs Fischer

Alle anderen Ambitionen für das Fußballoberhaus möchte der wichtigste Neuzugang bei Union zunächst einmal ungenannt lassen. Mit dem Schweizer Trainer Urs Fischer haben sich die Eisernen eine gehörige Portion Bodenständigkeit in die Alte Försterei geholt. „Korrekt, konsequent, mit Ambitionen – und irgendwie bescheiden“, hatte sich der neue Coach auf seiner ersten Pressekonferenz im Juni vorgestellt. Vor allem erfolgreich ist die Bilanz des 52-jährigen Übungsleiters, der in den Saisons 2016 und 2017 den FC Basel zur Schweizer Meisterschaft und in die Champions League geführt hatte.

Schwierige Saison

Dass dem Verein tatsächlich der Sprung ins Oberhaus gelingt, ist inwischen Wunsch vieler Fans. Das aber dürfte sich in diesem Jahr ganz besonders schwierig gestalten. Mit dem 1. FC Köln und dem HSV scheinen schon auf dem Papier die beiden vorderen Aufstiegsplätze bereits vergeben. Da aber Geld bekanntlich nicht automatisch Tore schießt, sollte sich das Team von Urs Fischer nicht davon beeindrucken lassen, dass die beiden Favoriten mit einem Etat in die Saison starten, der den des 1. FC Union um das drei- beziehungsweise sechsfache übersteigt

Zumindest in Sachen Infrastruktur machen sich die Köpenicker schon einmal erstligatauglich. Die Lösung der brisanten Verkehrsprobleme bei An- und Abfahrten der immer größer werdenden Zuschauermassen zu den Heimspielen drängt nämlich noch immer ganz erheblich. „Wir haben dazu Gutachten in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse wir in Kürze erwarten“, teilte Pressesprecher Christian Arbeit auf Anfrage des Berliner Abendblattes mit.

Datum: 3. August Bilder und Text: Stefan Bartylla

WEITERSAGEN