Luftbrücke brachte vor allem Hoffnung

Beginn der Hilfsflüge vor 70 Jahren veränderte nicht nur Berlin, sondern die Welt.

Die Berliner Luftbrücke war eine der größten humanitären Hilfsaktionen der jüngeren Geschichte. Nicht auszudenken, wie es Westberlin ergangen wäre ohne die Hilfsflüge der Alliierten, die rund 2,1 Millionen Tonnen Fracht – darunter Kohle, Lebensmittel und Baustoffe – durch die Blockade nach Berlin flogen. Der Beginn ist nun 70 Jahre her. Am Dienstag gedachten Vertreter der Berlin U.S. Military Veterans Association und des Bezirks zusammen mit Ehrengästen all derer, die sich um die Luftbrücke verdient gemacht hatten und jenen, die im Einsatz für die Berliner ihr Leben lassen mussten.

Zum Festakt vor dem Luftbrückendenkmal waren neben Mitgliedern der Veterans Association Ehrenäste aus den Botschaften der USA und des Vereinigten Königreichs, der Senatskanzlei und der US Air Force Europe erschienen und beteiligten sich an der Kranzniederlegung. Viele der noch lebenden Luftbrücken-Piloten konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Zeremonie teilnehmen. Stellvertretend für alle von ihnen drückte Vern Gibson dem Luftbrücken-Veteran William J.D. Freeman seinen Dank aus.

Symbolträchtiger Ort

Der Flughafen Tempelhof war bei weitem nicht der einzige Ort, der für die Luftbrücke von erheblicher Bedeutung war. Doch ist er bis heute von besonderer Symbolkraft. Daran erinnerte auch Vern Gibson, Präsident der Berlin U.S. Military Veterans Association. So sei am 26. Juni 1948 in Tempelhof der erste Flug der US-Streitkräfte mit Hilfsgütern gelandet, Von hier aus seien auch die Flüge im Rahmen der „Operation Little Vittles“ gestartet, bei der für die Kinder Berlins Süßigkeiten und Kaugummi an kleinen Fallschirmen abgeworfen wurden.

„Das Wunder der Luftbrücke ist für mich vor allem, dass so kurz nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg mit dieser Aktion aus Feinden Freunde wurden“, so Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler im Rahmen ihrer Rede, in welcher sie auch daran erinnerte, dass bis heute die Friedensglocke im Rathaus Schöneberg täglich läutet, um an den Kampf für die Freiheit zu erinnern. Sie erkannte an, dass es den Veteranen besonders wichtig sei, die Erinnerung an die Geschehnisse und den Geist der Luftbrücke aufrechtzuerhalten. „Wir alle sind gefordert, der jungen Generation die Geschichte der Luftbrücke zu erzählen“, mahnte sie. Eine Aufgabe, die Zeitzeugin Mercedes Wild seit jeher erfüllt. Bei der Gedenkveranstaltung erinnerte sie sich, wie sie Luftbrücken-Pilot Gil Halvorsen kennenlernte, mit dem sie bis heute befreundet ist. Und sie zeigte sich überzeugt, dass das Wichtigste, was die Luftbrücke den Berlinern gebracht hat, Hoffnung war.

10.08.2018, Text/Bilder: Oliver Schlappat

WEITERSAGEN