Himmelbeet erhält einen Aufschub

Ab November 2019 entsteht erster Berliner „Safe-Hub“.

Lange mussten die Betreiber und Nutzer des Himmelbeets um ihre Zukunft an der Ruheplatzstraße bangen, nun gab das Bezirksamt bekannt, dass der Gemeinschaftsgarten ab November 2019 das Grundstück räumen muss. Dann beginnen die Bauarbeiten für ein sogenanntes „Safe-Hub“, ein Bildungszentrum, das Sport und Gemeinschaft in den Vordergrund rücken soll. Federführend sind hierbei der Verein „Amandla Edu Football“ und die Oliver-Kahn-Stiftung, die auf dem Grundstück Sportflächen und ein Multifunktionsgebäude für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche errichten wollen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Diskussionen darüber, ob ein gemeinnütziges Projekt das andere einfach so ersetzen dürfe. Diesen wurde mit der Unterzeichnung des Nutzungsvertrages nun ein Ende gesetzt.

Baldiges Ende

Noch knapp ein Jahr hat der Verein Himmelbeet Zeit, ein neues Grundstück für seine Gemeinschaftsbeete und das angrenzende Café zu finden. „Ich freue mich sehr, dass Amandla den Wedding als Standort gewählt hat und wir nach langwierigen und komplexen Verhandlungen nunmehr einen Nutzungsvertrag unterschreiben konnten. Besonders freut mich die vertraglich fixierte Vereinbarung, dass Himmelbeet als bisheriger Nutzer noch bis zum 30. Oktober 2019 das Grundstück nutzen kann und somit nicht nur diese Saison gesichert ist, sondern auch ausreichend Zeit für die Suche eines Alternativstandortes bleibt“, so Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU). Für 30 Jahre wird der Verein Amandla Mieter des 4.100 Quadratmeter großen Areals sein. Den Safe-Hub errichten sie auf eigene Kosten, heißt es vom Bezirksamt. Platz soll auch für zahlreiche soziale Projekte und Kooperationen mit Schulen, Organisationen und Initiativen sein. „Wir wollen mit dem Safe-Hub einen Ort schaffen, der die verbindende Kraft des Fußballs mit ganzheitlicher Bildung verbindet, um Kindern und Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Potenziale zu entfalten und ihr Leben positiv zu gestalten“, erklärt auch Jakob Schlichtig, der Geschäftsführer des Vereins.

Neues Sportangebot

Die Safe-Hub-Infrastruktur umfasst drei zusammenhängende Fußballplätze und ein Multi-Funktionsgebäude (Bildungszentrum), das Raum bietet für Funktionsräume, für den Sportbetrieb, Café, Veranstaltungsraum, Workshop-Räume, Büroflächen und einen Bewegungsraum. Die notwendigen Investitionskosten werden auf rund vier Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn soll demnach Ende 2019 oder Anfang 2020 erfolgen.

Ob und wie es jetzt mit dem Himmelbeet weitergeht, ist hingegen noch nicht klar. Denn, obwohl sich das Bezirksamt immer wieder von dem Konzept und dessen Erhaltung ausspricht, vermissen die Betreiber des Gartens bislang konkrete Hilfe bei der Suche nach möglichen Alternativflächen. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) zumindest ist zuversichtlich, bald ein neues Grundstück für das Himmelbeet zu finden.

Datum: 6. September 2018, Text und Bild: Katja Reichgardt

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