Huckelpisten nerven die Frohnauer

Fünf Kilometer Straße werden als unbefahrbar eingestuft.

Seit drei Jahren dokumentiert der Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e .V. die Straßenschäden in dem Ortsteil. In diesem Jahr haben die Aktivisten ihre Erhebung aktualisiert. Das Ergebnis ist alarmierend.

Ob der Edelhofdamm oder die Markgrafenstraße: Laut den jüngsten Daten hat sich der Zustand vieler Straßenabschnitte hat sich laut Bürgerverein seit 2015 so stark verschlechtert, dass+ sie als nicht mehr befahrbar einzustufen sind.

Risse gezählt

Besonders betroffen sind demnach die Markgrafenstraße und die Wiltingerstraße, die durch eine „unverantwortliche Umleitung der Buslinie 125 mit Doppeldeckern im September 2017 infolge der Sperrung der Zeltinger Straße vollständig zerrüttet wurden“. Die als „unbefahrbar“ eingestuften Straßenabschnitte belaufen sich auf knapp fünf Kilometer.

Die längsten Abschnitte liegen demnach in der Wiltingerstraße, in der Gollanczstraße (zwischen Schönfließer Straße und Kniggeweg), in der Straße Im Amseltal (zwischen Maximilianstraße und Ortwinstraße), in der Königsbacher Zeile, in der Mehringer Straße (zwischen Markgrafenstraße und Zerndorfer Weg) sowie am Askaloner Weg (zwischen Frohnauer Straße und Kreuzritterstraße). Die als unbefahrbar eingestuften Abschnitte sind zu 80 bis 100 Prozent beschädigt. Als Kriterien dienten Absenkungen und Risse in den Fahrbahnen, aber auch Schlaghügel und lediglich mit Kaltasphalt geflickte Stellen.

Prioritätenliste gefordert

Der Bürgerverein fordert die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt auf, die Straßengrundsanierung für die besonders schlechten Straßenabschnitte unverzüglich in Angriff zu nehmen. Eine Sanierung über das „Schlaglochprogramm“ des Senats reiche nicht aus! Das Bezirksamt wird aufgefordert, unter Verwendung des vom Bürgerverein eingesetzten Straßenbewertungssystems eine Aufstellung der Prioritäten für die nächsten Jahre zu erarbeiten und zu veröffentlichen.

Handlungsbedarf riesig

Bei Baustadträtin Katrin Schultze-Berndt stoßen die Forderungen der Frohnauer grundsätzlich auf offene Ohren. „Der Bürgerverein hat viel Arbeit in die Untersuchung gesteckt, dennoch ist das noch keine abschließende Betrachtung“, sagt die CDU-Politikerin. Gleichwohl betont sie, dass der Handlungsbedarf groß sei. „Wir haben den Bürgerverein gebeten, eine Prioritätenliste zu erstellen.“ Einige Frohnauer Straßen seien mehr als 100 Jahre alt. Schultze-Berndt ergänzt: „Die Probleme werden uns noch über Jahre begleiten. Um die Schäden zu beheben, muss mehr Geld vom Land Berlin kommen. Mit dem sogenannten Schlaglochprogramm allein ist das nicht zu stemmen..“

Immerhin: Für die Gollanczstraße und die Senheimer Straße seien Neubauarbeiten geplant. Allerdings gebe es zwei Probleme. So müsse die Finanzierung im Rahmen der Investitionsplanung wegen verschärfter Vorgaben der Berliner Wasserbetriebe auf einen neuen Stand gebracht werden. Hinzu kommt, dass beide Straßen erst angegangen werden können, wenn die Arbeiten an der Schönfließer Straße abgeschlossen sind. Doch derzeit sei nicht einmal ein Baustart abzusehen. Ausbesserungsarbeiten kündigt Schultze-Berndt für den Edelhofdamm an.

Datum: 14. September. Text: Nils Michaelis. Bild: Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V.

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