U-Bahn-Pendler werden wieder auf die Probe gestellt

Ersatzverkehr U-bahn BVG U1 Hallesches Tor

Instandsetzung des Hochbahn-Viadukts geht mit U-Bahn-Sperrung in die nächste Runde.

Wer auf die U1 oder die U3 angewiesen ist, muss sich abermals darauf einstellen, dass die Fahrt zur Arbeit oder Uni länger dauern wird: Seit einigen Tagen laufen wieder Bauarbeiten an der Strecke, die von Friedrichshain aus durch Kreuzberg führt. Dringend notwendige Instandsetzungen an einer Strecke, die mehr als 100 Jahre alt ist. Für zwei Monate muss ein Teil der Strecke deshalb gesperrt werden. Für Pendler hat das Folgen. Laut BVG werden etwas 500 Meter Gleise, Weichen im Bereich des U-Bahnhofes Kottbusser Tor sowie Stromschienen erneuert. Darüber hinaus werde die Sperrzeit genutzt, um Sanierungsarbeiten im Görlitzer Bahnhof durchzuführen.

In der Folge heißt das: Zwischen Schlesisches Tor und Hallesches Tor fahren auf der Strecke weder die U1 noch die U3. Stattdessen gibt es ab Schlesischem Tor einen Ersatzverkehr mit Bussen. Nach Angaben des Unternehmens konnten dafür vorübergehend zusätzliche Busspuren eingerichtet werden – gut für Pendler, wird es auf der dicht befahrenen Strecke somit aber auch für Autofahrer enger.

Mehr Zeit für die U-Bahn-Fahrt einplanen

Wichtig für alle, die normalerweise ab Bahnhof Warschauer Straße mit der U-Bahn fahren: Der Ersatzverkehr beginnt wirklich erst ab Schlesisches Tor – bis dahin fährt weiterhin die U-Bahn, allerdings nur im Zehn-Minuten-Takt und Pendelverkehr. Wer so gar nicht auf die Linien U1 und U3 verzichten kann, sollte also wegen des verlängerten Taktes, der längeren Fahrtzeit des Ersatzverkehrs und der Umsteigezeiten entsprechend früher aufstehen. Wer kann, der sollte den Bereich so weiträumig wie möglich umfahren. In Richtung Mitte empfiehlt sich dafür die S-Bahn ab Warschauer Straße. Wer in Richtung FU-Campus in Dahlem pendelt, kann mit der S-Bahn bis Ostkreuz, ab da mit der Ringbahn bis zum Heidelberger Platz fahren und dort in die U3 umsteigen. Auch das kostet natürlich zusätzliche Zeit, die man morgens fest einplanen sollte.  In Richtung Mitte wäre die U8 eine weitere Möglichkeit, wenn man es nicht weit bis zum Kottbusser Tor oder bis zum Moritzplatz hat.

Nicht barrierefrei

Auch dringend zu beachten: Wer den Ersatzverkehr nutzen möchte, sollte gut zu Fuß und ohne Kinderwagen unterwegs sein, denn der Umsteigebahnhof Schlesisches Tor ist nicht barrierefrei. Alternativ kann man ab Warschauer Straße den Bus 248 bis Hallesches Tor nehmen – die Fahrtzeit dafür: 25 Minuten. Da dies die beste Ersatz-Fahrtmöglichkeit zur Umgehung der U-Bahn-Baustelle ist, darf hier aber mit hohem Andrang gerechnet werden. Außerdem fährt die Linie nur im 20-Minuten-Takt.

Dauer-Projekt

Die Hochbahn-Linie ist seit Jahren ein Garant für unangenehme Überraschungen. Die Baumaßnahmen auf dem 4,8 Kilometer langen Streckenabschnitt haben bereits im Jahr 2005 begonnen, seither gibt es immer wieder Sperr-Phasen. Unangenehm für die Fahrgäste, jedoch wäre die Alternative wohl noch problematischer gewesen: Wäre die Strecke voll gesperrt worden, um alle Arbeiten in einem Stück durchführen zu können, hätte dies laut BVG etwa drei Jahre gedauert. Nachts wird an der Strecke übrigens nicht gearbeitet, sondern nur montags bis samstags zwischen 7 und 20 Uhr – die Strecke führt durch dicht besiedelte Wohngebiete, Nachtarbeit zur Verkürzung der Bauzeit wäre unter diesen Umständen kaum durchsetzbar.

20.9.2018, Text: Redaktion, Bild: Stefan Bartylla

WEITERSAGEN