Stresow soll näher an die Havel rücken

Bezirksamt stellt Machbarkeitsstudie für durchgängigen Uferweg vor.

An der Havel in Stresow könnte bald ein eine neue Flaniermeile entstehen: Das Bezirksamt hat eine Machbarkeitsstudie für einen Ufergrünzug von der Spreemündung bis zur Kleingartenanlage südlich der Dischingerbrücke vorgestellt. Die Erwartungen sind hoch.

Kernstück einer zwischen Bezirk und Altstadtmanagement abgestimmten Vorzugsvariante ist ein vier Meter breiter, von Grün umgebener, barrierefreier und durchgängiger Fußweg, der bei Bedarf auch den Radverkehr aufnehmen kann. Zudem wird ein Aussichtspodest mit Ufertreppe im nördlichen Abschnitt des Stresow-Ufers oder auch der Ausbau des Fahrgastanlegers südlich der Charlotten-Brücke ins Spiel gebracht. Darüber hinaus wurde die Einbindung einer Anlegestelle für Sportboote und eines Restaurantschiffs am Stresowpark sowie die Zugänglichkeit des Ufers untersucht.

Viel Potenzial

„In Anbetracht der Prioritäten bei der Sanierung und Aufwertung der Altstadt Spandau und deren Umfeld ist der Entwicklungs- und Handlungsbedarf östlich der Havel in den letzten Jahren spürbar angestiegen“, so der zuständige Bezirksstadtrat Andreas Otti (AfD). Stresow habe im Uferbereich von Havel und Spree „ein hohes Potenzial, sich beiden Flüssen stärker hinzuwenden“. Neben einer möglichen späteren Anbindung an den Spree-Havel-Radweg könne ein Ufergrünzug fehlende Anbindungen ergänzen und für attraktive Naherholungszwecke genutzt werden. Davon würde am Ende womöglich der gesamte Spandauer Osten profitieren. Als möglicher Baubeginn wird das Jahr 2023 angegeben. Die Gesamtkosten werden auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt.

Otti weist darauf hin, dass die Studie nur das beschreibe, was als umsetzbar eingestuft werden kann. Geplant oder beschlossen sei noch nichts. „Bevor es tatsächlich losgeht, muss Planrecht geschaffen und auch Grundstücksflächen erworben werden, was durchaus noch einige Jahre in Anspruch nehmen kann“, sagt der Stadtrat.

Kiez profitiert

Im Ausschuss für Umwelt und Naturschutz war die Studie bereits Thema. Der Grünen-Bezirksverordnete Christoph Sonnenberg-Westeson hält die Idee eines Grünzugs für „ausgesprochen gewinnbringend“. Eine zusätzliche öffentliche Grünanlage sei in diesem historischen Teil Spandaus sinnvoll. „Bevor auf dem Gelände der ehemaligen Geschützgießerei mit Baumaßnahmen für den Grünzug begonnen wird, sollte unbedingt das Ausmaß der dortigen Bodenbelastungen ermittelt und nach Möglichkeit der Boden ausgetauscht werden“, so Sonnenberg-Westeson.

Im zentralen Bereich Spandaus gebe es anderenorts nur wenig Raum für ökologische Aufwertungsmaßnahmen. Sonnenberg-Westeson: „Die Havel erfüllt dort ihre Funktion als Bundeswasserstraße und ich denke, dass sich die Politik eher auf den Bereich Tiefwerder konzentrieren und dort die Ausweisung als Naturschutzgebiet erreichen sollte. Das dortige ehemalige Mündungsgebiet der Spree in die Havel verfügt über einen ganz großartigen Artenreichtum und sollte dauerhaft geschützt werden.“

Schon im Flächennutzungsplan des Jahres 1965 ist für das Stresow-Ufer in Spandau eine Uferpromenade vorgesehen. Getan hat sich seither allerdings nur wenig.

Datum: 21. September 2018. Text und Bild: Nils Michaelis

 

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