Pankow plant seine sportliche Zukunft

Wissenschaftler verteilen Fragebögen an 9.000 Bürger.

Erstmalig führt ein Berliner Bezirk eine Umfrage zur Erarbeitung einer Integrierten Sportentwicklungsplanung durch. In einer empirischen Untersuchung werden in den nächsten Wochen 9.000 Bürger zu ihrem Sport- und Bewegungs-Verhalten befragt. Zeitgleich findet eine Online-Befragung statt, an der sich Sportvereine, Schulen, Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Familien- und Nachbarschaftszentren sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen beteiligen können, um ein möglichst breites Publikum in den Planungsprozess einzubeziehen.

Fachliche Begleitung

In spezifischen Fragebögen werden aktuelle Situation, Perspektiven, Potentiale und mögliche Probleme im Kontext zur sportlichen Entwicklung erfragt. Die wissenschaftlichen Analysen werden durch das vom Bezirksamt beauftragte Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg durchgeführt und fachlich begleitet

Bewegen Sie sich gern? Wo treiben sie Sport und welche Sportarten bevorzugen Sie? Wo sehen Sie im Bezirk Pankow von Berlin noch Verbesserungsmöglichkeiten? Welche Wünsche und Vorstellungen in Sachen Sport und Bewegung haben Sie? Diese und andere Fragen sind Bestandteil der großen Umfrage.

„Die künftige Sportplanung muss sich an den konkreten Bedürfnissen unserer Bürger orientieren, deshalb ist es zwingend, sie frühzeitig in den Planungsprozess einzubeziehen. Ich bitte daher alle, die einen Fragebogen erhalten, diesen so umfassend wie möglich auszufüllen und kostenfrei zurückzusenden“, wirbt Bezirksstadtrat Dr. Torsten Kühne für eine rege Teilnahme. Je mehr sich beteiligen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. So würden die Befragten dabei helfen, das Sportangebot im Bezirk zu optimieren. Letztlich profitierten alle Pankower davon, ist sich Kühne sicher. Die gesammelten Daten würden völlig anonym und streng vertraulich nur für den genannten Zweck verwendet.

Verschiedene Formen

Prof. Dr. Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) betont, dass eine effektive Planung die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen müsse, schon allein um Fehlinvestitionen zu vermeiden. „Viele Menschen sind sportlich aktiv, aber nicht mehr nur im Sportverein, sondern oftmals auch selbst organisiert beim Joggen oder Radfahren. Deshalb fragen wir im Bürgerfragebogen ganz konkret nach unterschiedlichen Sportformen, Anbietern und genutzten Sporträumen.“

Die Ergebnisse der Erhebungen bilden die Basis für die anschließende kooperative Planungsphase. Im Rahmen öffentlicher Workshops werden die Ergebnisse den Experten aus Verwaltung und Politik sowie der benannten Institutionen und interessierten Bürgern vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt.

Datum: 07.10.2018 Text: Manfred Wolf Bild: Thinkstock/Halfpoint

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