Ein radikaler Chronist seiner Zeit

Die BrotfabrikGalerie zeigt Fotos von Miron Zownir

Noch bis 21. Oktober zeigt die BrotfabrikGalerie am Caligariplatz im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie eine Schau mit Bildern des deutsch-ukrainischen Künstlers Miron Zownir. Erstmalig werden in Berlin seine Aufnahmen aus Moskau (1995) gezeigt, die die Härte der postsowjetischen Verfallserscheinungen dokumentieren, als 300 000 Menschen in menschenunwürdigsten Verhältnissen auf der Straße lebten. Unbeachtet von öffentlicher Aufmerksamkeit herrschte sozialer Ausnahmezustand, den er in realistischen Bildern von Bettlern, Versehrten und Süchtigen aufzeigt.

Die 2012 entstandenen Fotografien aus der Ukraine halten die Vorzeichen jener politischen Verwerfungen fest, die das Land 2014 erschü̈tterten: obdachlose Jugendliche in Odessa, die Zustände in einem Kinderheim in Czernowitz, den Maidan in Kiew. Der 1953 in Deutschland geborene Fotograf ist einer der radikalsten Fotochronisten der Gegenwart.

Datum: 08.10.2018 Text: Redaktion Bild: Miron Zownir (Ausschnitt)

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