SPD fordert ein Konzept für den Schillerpark

Fehlende Toiletten und Vermüllung setzen dem Park zu.

Er ist etwas kleiner als der Volkspark Rehberge, der sich nur wenige hundert Meter weiter westlich befindet. Dennoch ist der Schillerpark mindestens genauso beliebt bei den Weddingern. Doch in den letzten Jahren kommt es hier vermehrt zu Vermüllung der Liegewiesen. Es fehlt an Toiletten und einem Konzept, um Wege sicherer zu machen, die Beleuchtung zu verbessern und dem zunehmenden Drogenkonsum im Bereich der Bastion entgegenzuwirken. Genau das fordert die SPD-Fraktion bereits seit einigen Monaten in der Bezirksverordnetenversammlung.

Viel passiert ist bislang nicht. „Der Schillerpark ist einer der ersten Parks in Berlin, die für Spiel, Spaß, Sport und Erholung in der Natur konzipiert und angelegt wurden“, erklärt Martina Matischok (SPD) die Bedeutung des Parks unweit der Seestraße. Zu den dringendsten Problemen gehört vor allem das hohe Müllaufkommen. Dafür wurden im Sommer mehrere zusätzliche Müllbehälter aufgestellt.

Müll beseitigen lassen

Laut Matischok sind diese aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für sie wäre auch eine Reinigung seitens der Berliner Straßenreinigung (BSR) denkbar, wie sie seit diesem Jahr in anderen Parks Berlin erfolgreich durchgeführt wird. Im Bezirk gehören unter anderem der Monbijoupark sowie die Fläche rund um den Alexanderplatz dazu. In Wedding und Moabit wird jedoch keine Grünfläche von der BSR gesäubert. Im kleinen Schillerpark, in der auch die bei Kindern beliebte Plansche liegt, fehle es zudem an einer Toilette. „Bedürfnisse der kleinen und großen Besucher des Parks und der Plansche werden derzeit im Gelände verrichtet. Das ist weder hygienisch noch der Natur zuträglich“, so Matischok. Vom Senat ist zwar die Errichtung einer Modultoilette für den Standort vorgesehen, diese soll allerdings erst Ende 2019 erfolgen. Die Park-Besucher müssten also erneut eine gesamte Sommersaison ohne Park-Toilette auskommen. Für die SPD keine Option. Sie plädiert dafür, spätestens mit Inbetriebnahme der Plansche im kommenden Sommer eine mobile Behelfstoilette aufzustellen.

Neue Probleme

Im anderen Teil des Parks, dem großen Schillerpark, ist zumindest die Toiletten-Problematik kein Thema: An den angrenzenden Ungarnstraße und Edinburger Straße befindet sich jeweils eine City-Toilette. Dennoch gibt es auch hier einiges zu tun. Vor allem das Aushängeschild des Parks, die Bastion, ist seit langen sanierungsbedürftig. Laut Bezirksamt wird seit 2017 an einem Plan zur Gesamtsanierung gefeilt – bislang ohne Ergebnis.

„Der bauliche Zustand der Bastion und der im Inneren gelegenen Räumlichkeiten ist für den Bezirk und die Stadt keine gute Visitenkarte“, so Matischok. „Vereinzelt ist im Bereich der Bastion auch Drogenkonsum und -handel zu beobachten“, erklärt sie ein weiteres Problem, das auch Anwohner und Besucher wahrnehmen. Weitere Punkte, die der Verwahrlosung im gesamten Schillerpark entgegenwirken sollen, sind eine Sanierung der Gehwege, eine Beleuchtung dieser sowie eine Parkraumbewirtschaftung, um die Parksituation für Anwohner zu verbessern. Die Grünanlage soll wieder zu einem besuchenswerten Ort werden, in dem sich alle Menschen wohl und sicher fühlen, fordert die SPD. Das wünschen sich auch viele Anwohner des ältesten Erholungsparks im Wedding.

Datum: 11. Oktober 2018, Text: Katja Reichgardt, Bild: Wikimedia Commons/Fridolin freudenfett

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