Spandau kämpft für Wasserballarena

Das Millionen-Projekt beschäftigt jetzt die Landespolitik.

Die Wasserfreunde Spandau sollen zurück in ihre Heimat. Vertreter aus Sport, Bezirks- und Landespolitik machen sich für den Bau einer Wasserballarena für den Rekordmeister in Spandau stark. Jetzt liegen erste Entwürfe vor.

Joachim Schensick hat einen Traum: Er will die Wasserfreunde Spandau 04 zurück in den Bezirk holen. Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpft er für eine wettkampftaugliche Schwimmhalle in Spandau.Im Jahr 2020 müssen die Spitzensportler ihr Ausweichquartier in Schöneberg verlassen. Der neue Standort soll aber auch für das Schul- und Vereinsschwimmen zur Verfügung stehen.

Schensick gehört den Wasserfreunden seit fast 70 Jahren an. Früher als Aktiver, nunmehr als Präsidiumsmitglied. Außerdem engagiert sich der 82-Jährige im Bezirkssportbund. Die Bezirkspolitik hat sich seine Vision längst zu eigen gemacht. Im Frühjahr hat die Bezirksverordnetenversammlung einen entsprechenden Beschluss gefasst. Als Standort wird das Gelände des Kombibades Spandau Süd vorgeschlagen. So könnte die neue Halle gemeinsam mit der alten bewirtschaftet werden, heißt es.

Wichtiges Prestige-Projekt

Jetzt nimmt Schensicks Traum auch auf Landesebene Fahrt auf. „Der Bezirk hat seine Hausaufgaben gemacht“, sagt Raed Saleh, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Eine Wasserballarena wäre ein Prestigeobjekt für Spandau und ganz Berlin. Deswegen unterstütze ich das. Die Wasserfreunde Spandau sind ein Aushängeschild für die ganze Stadt, auch als Spandauer bin ich stolz auf den Verein.“ Der Sozialdemokrat hat bei Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki für das Projekt geworben. Aber auch die Senatsfinanzverwaltung hat mitzuentscheiden. An deren Spitze steht Salehs Parteifreund Matthias Kollatz.

Für die Finanzierung des Millionen-Projekts bringt Saleh das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWANA) ins Spiel. Über deren Vergabe entscheidet nach einer Vorlage des Senats das Abgeordnetenhaus. Erst danach kann der Senat die Berliner Bäderbetriebe beauftragen, die Halle zu bauen. „Je schneller wir das auf die Schiene setzen, desto besser“, sagt Saleh. Einen konkreten Zeitplan nennt er nicht.

Schlanke Planung

Auch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) brennt für die Wasserballarena. Zugleich macht er deutlich, dass Schensick selbst bei einer positiven Entscheidung des Landes auch weiterhin einen langen Atem braucht. Das Architektenbüro Planteam Ruhr hat einen Plan vorgelegt (siehe dazu die Grafik): Demnach wäre ein Hallen-Neubau innerhalb von zwei Jahren möglich, und zwar zum Preis von gut zehn Millionen Euro. Die Voraussetzung seien „schlanke“ Entscheidungen. Kleebank hält den Zeit- und Kostenplan für unrealistisch. „Bevor es an die eigentliche Blauplanung geht, muss erst einmal ein Bedarfsprogramm für Umkleidekabinen, Sanitäranlagen und andere Details festgelegt werden. Das dürfte kaum vor Anfang des Jahres 2020 der Fall sein.“

Um die Sache beim Senat voranzutreiben, haben das Bezirksamt und die Wasserfreunde ein Konzept für die angedachte Halle entworfen. Demnach würde die Wettkampfbahn mit 33,5 mal 25 Meter bemessen sein und an allen vier Seiten über Tribünen verfügen.

Datum: 18. Oktober. Text: Nils Michaelis. Grafik: Planteam Ruhr

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