Werkschau des „Magiers“

Hamburger Bahnhof zeigt Bilder von Otto Mueller.

Bis zum 3. März 2019 zeigt der Hamburger Bahnhof in der Invalidenstraße 50-51 eine neue Ausstellung mit den Werken des ehemaligen Brücke-Künstlers Otto Mueller. Die Ausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER.“ stellt dabei erstmalig den enormen Einfluss des Expressionisten (1874–1930) in den Mittelpunkt: Der Maler lehrte länger als zehn Jahre an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Vor allem seit den 1920er-Jahren – durch die zahlreichen Neuberufungen des damaligen Direktors Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Hier standen gleichberechtigt die vielfältigen Strömungen der modernen Malerei nebeneinander: der Expressionismus unter anderem mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus mit Malern wie Oskar Schlemmer, Georg Muche oder Johannes Molzahn.

Großer Künstler

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung gilt der Malerei der Moderne: Otto Mueller und sein Netzwerk erlebten in Breslau eine schöpferische Phase, die sie angeregt durch Austausch und gegenseitige Einflussnahme als höchst produktiv beschrieben. Ersichtlich wird diese Beeinflussung der Maler-Kollegen untereinander durch thematische Übereinstimmungen und andere Querverweise in Gemälden, Arbeiten auf Papier, schriftlichen Äußerungen oder Fotografien.

Vor allem der charismatische, von Sehnsucht und Freiheitsdrang getriebene Otto Mueller hatte maßgeblichen Einfluss auf die Breslauer Kunstszene. Ein „Romantiker“ und sogar ein „Magier“ soll Otto Mueller nach Aussagen seines unmittelbaren Umfeldes, darunter auch Kunstkritiker und Schriftsteller, gewesen sein. Carl Hauptmann setzte ihm bereits in der Künstlerbiografie „Einhart der Lächler“ (1907) ein Denkmal – damit leistete der Dichter seinen entscheidenden Beitrag für die Grundsteinlegung eines „Künstler-Mythos“. Die Ausstellung wird nach der Zeit in Berlin in das Nationalmuseum in Wrocław (Breslau) umziehen. Der Eintritt zur Ausstellung kostet acht Euro, ermäßigt sind es vier Euro. Mehr Informationen zur Schau, zu Öffnungszeiten, Begleitveranstaltungen und Preisen finden Interessierte online.

Datum: 22. Oktober, Text: Redaktion, Bild: Von der Heydt-Museum Wuppertal / Antje Zeis-Loi, Medienzentrum 

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