Erste Fahrradstraße für Friedrichshain

Auf der Revaler Straße sollen Radfahrer Vorrang haben.

Mitte hat sie in der Linienstraße, Neukölln hat sie in der Weserstraße und baut das Weigandufer aktuell für eine zweite um. In Kreuzberg hat man die Bergmannstraße zu einer gemacht. Die Rede ist von Fahrradstraßen. Das sind Straßen, auf denen Radfahrer Vorrang haben. Das heißt, sie sind zwar nicht für Autos gesperrt, Kraftfahrzeuge müssen sich allerdings unterordnen.

Kurz und gut: Friedrichshain braucht das auch, findet die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und hat in einem Antrag die Umwandlung der Revaler Straße zwischen Warschauer Straße und Ostkreuz zur Fahrradstraße im Bezirksparlament beantragt.

Öffentlicher Raum

In der wachsenden Stadt seien die Menschen von zunehmender Lärm- und Schadstoffbelastung und stark beanspruchten Verkehrssystemen betroffen. „Daraus ergeben sich Fragen zu sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe am öffentlichen Raum“, heißt es in der Begründung des Antrags in der BVV, und weiter: „Um gegenzusteuern, wollen wir mehr Menschen motivieren, in Friedrichshain mit dem Rad zu fahren.“

Neben Umwelteffekten sei durch den zunehmenden PKW-Verkehr auch die Sicherheit von Radfahrern und insbesondere von Schülern der umliegenden Schulen gefährdet. In Friedrichshain gibt es bisher keine Fahrradstraße, auf der Radfahrer sicher durch den Kiez kommen. „Diese Situation ist unbefriedigend“, sagt die Initiatorin des Antrags, Peggy Hochstätter. Sie erklärt: „Anwohner haben mich darauf angesprochen.

Einerseits geht es ihnen um Schulwegsicherheit, andererseits allgemein um mehr Sicherheit beim Radfahren und wieder andere versprechen sich davon etwas mehr Ruhe und weniger Rennstrecke auf der Revaler.“

Einfache Maßnahmen

Die Landesregierung hat sich den Ausbau der Fahrradinfrastruktur zum Ziel gesetzt. Dafür werden erhebliche finanzielle Mittel in den nächsten Jahren bereitgestellt. „Laut einer Untersuchung von Greenpeace gibt aber Berlin vergleichsweise wenig für den Radverkehr aus“, heißt es seitens der SPD. Während Städte wie Amsterdam elf Euro oder Kopenhagen 35,60 Euro pro Kopf und Jahr für den Radverkehr ausgeben, würde sich Berlin bei 4,70 Euro bewegen.

Um die Revaler zur Fahrradstraße zu machen, sollen einfache bauliche Maßnahmen erfolgen, die die Umwandlungen in eine Fahrradstraße verdeutlichen und somit die Geschwindigkeit schon dadurch drosseln. Der Antrag der SPD wurde im Verkehrsausschuss besprochen und schlussendlich vertagt. Die Sitzung findet am 8. November, 18.30 Uhr, statt (Bürgeramt Yorckstraße 4-11).

Datum: 27.10.2018 Text: Sara Klinke Bild: Tobias Maschner

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