Verfällt der Jahresurlaub?

So sieht die rechtliche Grundlage um Ihren Jahresurlaub aus.

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Der Jahresurlaub ist das Heiligtum der Arbeitnehmer. In Deutschland hat der Jahresurlaub einen hohen Stellenwert und er zählt zu der erholsamsten Zeit des Jahres. Viele Arbeitnehmer können oder dürfen den Urlaub zu dem gewünschten Zeitraum nicht nehmen. Ehe man sich umschauen kann, steht der Jahreswechsel bevor und das neue Arbeitsjahr beginnt. Nun stellen sich die Arbeitgeber die Frage: Darf ich meinen Jahresurlaub aus dem Vorjahr auch im neuen Jahr nehmen, oder verfällt er?

Gesetzliche Grundlage

Die gesetzliche Grundlage für den Jahresurlaub ist das Bundesurlaubsgesetz, abgekürzt “BUrlG”. Dieses Gesetz regelt in 16 Paragraphen die Regelungen bezüglich des Urlaubs für die deutschen Arbeitnehmer. Das Gesetz ist dabei in jedem Betrieb anzuwenden und trifft auch zu, wenn beispielsweise in einem Tarifvertrag andere Vereinbarungen getroffen wurden. Eine Ausnahme bildet das Günstigkeitsprinzip. Dieses besagt, dass günstigere Vereinbarungen für den Arbeitnehmer getroffen werden dürfen und das Bundesurlaubsgesetz überschatten dürfen. Sollten Sie sich bezüglich der Regelungen unsicher sein empfiehlt es sich, einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht einzuschalten. Dieser kann die Situation genau analysieren und die jeweiligen Ansprüche erläutern.

Krankheitsfall – verfällt der Urlaub?

Jeder kennt die Situation in den kalten Monaten. Die Grippewelle ist gerade im Umlauf und viele Arbeitskollegen sind bereits erkrankt. Sie haben geplant, in den letzten Wochen des Jahres Urlaub zu nehmen und haben diesen bereits eintragen lassen. Nun werden Sie kurz vor ihrem Urlaub für mehrere Wochen krank und kehren erst zum Jahresbeginn zurück. Laut Gesetz zählt die Zeit während der Krankheit nicht als Erholungszeit. Dementsprechend bleiben die Urlaubstage bestehen und der Arbeitnehmer hat Anspruch, die Urlaubstage im neuen Jahr zu nehmen. Allerdings kann er sich den Zeitraum nicht aussuchen. Paragraph 7 des Bundesurlaubsgesetz regelt die Übertragbarkeit von Urlaub. Demnach muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des neuen Jahres genommen werden.

Urlaubssperre des Arbeitgebers

Aufgrund von einer hohen Auftragslage oder gerade zur Weihnachtszeit ist es in vielen Betrieben üblich, eine Urlaubssperre von Seiten des Arbeitgebers zu verhängen. Demnach müssen die Arbeitnehmer ihren Jahresurlaub vorher einplanen und abgelten. Ist dies nicht möglich, beispielsweise durch Krankheit oder aufgrund von persönlichen Gründen, so wird der Urlaub ebenfalls auf das neue Jahr übertragen und muss in den ersten drei Monaten des neuen Jahres genommen werden.

Übernahme aus persönlichen Gründen – Weltreise

Viele Menschen haben den einen großen Wunsch: Eine Weltreise zu machen. Für solch eine ausgeprägte Reise, reicht der Jahresurlaub in der Regel nicht aus. Welche Chance haben Arbeitnehmer nun, trotzdem eine Weltreise zu machen? Der Paragraph 7 des Bundesurlaubsgesetzes regelt dies. Wenn in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Übernahme erfordern, so hat der Arbeitgeber die Übernahme des Urlaubs zu gewähren.

In der Regel sind die Arbeitgeber relativ kulant, was den Jahresurlaub angeht. Die gesetzlichen Vorschriften sind meist nur im Extremfall anzuwenden. Meistens ist es möglich, das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen und den Sachverhalt zu erläutern. Die wenigsten Arbeitgeber werden den Angestellten Steine in den Weg legen, denn die Mitarbeiterzufriedenheit ist für Unternehmen sehr wichtig. Sollten Sie dennoch mit netten Worten nicht weiter kommen, so lassen Sie ihre Ansprüche bei einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht prüfen. Sollten Sie Mitglied einer Gewerkschaft sein, können Sie dort Kontaktdaten zu einem geeigneten Anwalt bekommen. Manche Gewerkschaften arbeiten auch mit Anwälten zusammen, sodass Sie dort eine Beratung bekommen können.

Bild: Pixabay/Free-Photos

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