Auch auf Reinickendorfer Straßen sind immer mehr Radfahrer unterwegs. Der Druck, die Radinfrastruktur auszubauen, erhöht sich. Ein BVV-Beschluss zur Aufstellung eines Radroutennetz soll helfen

Mehr Tempo für sicheren Radverkehr

FDP: Bezirk kommt bei der Ertüchtigung von Radrouten kaum voran

Auf Berlins Straßen sind immer mehr Radfahrer unterwegs. Das zeigt die Auswertung, der über die gesamten Stadt verteilten elektronischen Fahrradzählstellen. Daher erhöht sich der Druck. die Radinfrastruktur auszubauen. Auch in Reinickendorf. Aus Sicht der FDP: erst recht in Reinickendorf.!

„Das Bezirksamt hat bei diesem Thema offenbar keine Ambitionen, dabei ist der Aufholbedarf riesig“, sagt der FDP-Bezirksverordnete David Jahn. Anfang des Jahres hatte die Bezirksverordnetenversammlung auf Initiative der CDU ein Radroutennetz beschlossen. FDP und Grüne hatten den Antrag nicht unterstützt, weil sie eigene Pläne erarbeitet hatten. Dennoch wirbt Jahn nun dafür, das CDU-Konzept möglichst schnell umzusetzen. Doch genau darin liegt seiner Ansicht nach das Problem.

Verzögerte Umsetzung

Mittels einer Anfrage beim Bezirksamt wollte Jahn wissen, welche Projekte zur Förderung und zum Ausbau des Radverkehrs derzeit im Bezirk in Planung sind. Die Antwort fällt aus seiner Sicht enttäuschend aus. „Von neun Projekten liegen nur zwei entlang der beschlossenen Radrouten“, sagt er.

„Die Schwerpunktsetzung ist unverständlich, so dauert die Umsetzung der Radrouten noch länger.“ Jahn nennt die Herstellung des Mauerradweges vom Staehleweg in Frohnau bis zum befestigten Mauerradweg Hohen Neuendorf (Fertigstellung bis zum Jahresende) und die Asphaltierung der Ernstraße zwischen Bahngelände und Berliner Straße in Tegel (2019). Jahn: „Asphaltierung ist keine vollwertige Radverkehrsmaßnahme. Wir brauchen dort einen eigenen Radfahreg, etwa als Schutzstreifen.“

Jahn spricht sich auch dafür aus, günen Radverkehrsstreifen, die andere Bezirke derzeit testen, auch in Reinickendorf zu erproben, etwa im Bereich der Schneckenbrücke und der Trasse der S25.

Das Bezirksamt listet im Zusammenhang der Radrouten allerdings auch die Herstellung der Verbindung Tornower Weg – Wilhelmsruher Damm im Zuge der „Radialroute RR 5“ auf. Abgesehen von den Trassen entlang der Radrouten sollen Radverkehrsanlagen am Borsigwalder Damm in Richtung Tegel (2020) angelegt und der Radweg an der Roedernallee zwischen Alt-Reinickendorf und Flottenstraße saniert werden (2019).

Wichtige Maßnahme: Mehr Fahrradbügel.

Auch bei den für dieses und das kommende Jahr vorgesehenen Fahrradbügeln (Geamtzahl: 235) wäre nach Meinung Jahns mehr drin gewesen: „Es ist gut, dass diese Fahrradbügel gänzlich an Schulen eingerichtet werden, aber auch anderswo werden sie dringend gebraucht. Ein Senatsprogramm sieht 5.000 Fahrradbügel für alle Bezirke vor. Reinickendorf hätte sich also um gut doppelt so viele bemühen können.“

Auch die SPD-Fraktion bemüht sich um Verbesserungen für Radfahrer, etwa durch eine Erneuerung des Radweges in der Oranienburger Straße von der Wittenauer Straße bis zum Zabel-Krüger-Damm. Die CDU-Fraktion begrüßt den Vorstoß.

 

Datum:2.11.2018, Bild: Nils Michaelis, Bild: imago/Jürgen Ritter

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