In Mahlsdorf muss die Ampel warten

Fehlendes Regenwasserkonzept sorgt weiter für die Gefahrenstelle

Eine Straßenbahn mit Fahrspurwechsel, eine scharfe Kurve, ein Radweg in zwei Fahrtrichtungen, Lkw-Staus vor dem BSR-Hof und eine Umsteigemöglichkeit von der Tram- auf die Buslinie über eine Kreuzung hinweg: Das sind die Rahmenbedingungen für den Verkehrsknoten Rahnsdorfer Straße/Hultschiner Damm im südlichen Mahlsdorf.

Klar, dass die Verkehrsplaner hier zwischen Stau, Kurve und Haltestellen eigentlich eine Ampel installieren wollen. Die Verkehrslenkung Berlin, die bei Straßen dieser Kategorie über den Bau von Ampeln entscheidet, hatte bereits im Jahr 2006 den Bedarf für eine Ampel festgestellt und ordnete die Installation an. Da sich diese Kreuzung aber in einem Wasserschutzgebiet befindet, bräuchte diese Anlage ein eigenes Regenentwässerungskonzept – und genau daran habe es in den vergangenen Jahren bei der Finanzierung gehapert.

Eindeutige Zahlen

Die Unfallzahlen belegen seitdem indes noch immer, dass an diesem gefährlichen Ort die Verkehrssituation geordnet werden muss. Allein im vergangenen Jahr gab es an dieser Kreuzung acht Unfälle mit Radler- und Fußgängerbeteiligung.

Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Verkehr auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller hervor. Drei Mal war an der Kreuzung die Vorfahrtsregelung nicht beachtet worden. Dazu wurden noch Fehler beim Linksabbiegen gemacht. Bislang war der Schaden hier noch überschaubar: Acht Leichtverletzte und Sachschaden lautete die Bilanz bis heute. Damit brenzlige Situationen vermieden werden, ist die Installation einer Ampel bereits seit über zwölf Jahren Jahren geplant.

Seitdem sind im betroffenen Gebiet zudem noch neue Siedlungen entstanden, die neue Fuchsberg-Grundschule in der weiteren Nachbarschaft hat eröffnet und auch der Durchfahrtsverkehr von und nach Treptow-Köpenick hat um ein gehöriges Maß zugenommen.

Ausbau angekündigt

Die vorerst letzte Etappe in dieser fatalen Posse war ein Planungsstopp, den die Senatsverwaltung über das beauftragte Unternehmen Alliander Stadtlicht veranlasst hatte. „Hintergrund war damals, dass für die Ampel umfangreichere Umgestaltungen des Kreuzungsbereiches erforderlich sind.

Warum hier eine Klärung nicht durch die für den Ampelbau zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erfolgen konnte, war und ist mir unerklärlich“, sagt Verkehrsstadtrat Johannes Martin (CDU). Nach Amtsübernahme habe er in der Folge eine Abstimmung mit den Berliner Wasserbetrieben herbeigeführt und unmittelbar nach Vorlage der Bestätigung die Senatsverwaltung im Jahr 2017 informiert.

Daraufhin sei ihm von Senatsseite zugesichert worden, dass die Ampel bis Ende 2018 realisiert werde. „Bis heute liegen uns leider noch nicht einmal aktualisierte Planungsunterlagen vor“, so Stadtrat Martin, der bestätigt, dass selbst die Aufstellung und Inbetriebnahme einer provisorischen Ampel von der Verkehrslenkung Berlin bislang abgelehnt wurde.

Bestellung läuft

Laut Zillers Senatsanfrage soll aber jetzt doch wieder Bewegung in die Planungen kommen. Der Bezirk bekam im vergangenen Jahr eine Einzelfallgenehmigung bei den Wasserbetrieben für diese Ampel zugesichert. Eine temporäre Lösung soll nun die Regenentwässerung gewährleisten. Die Planungen für die Ampel seien demnach aktuell wieder aufgenommen worden und der Bau befände sich derzeit in der Bestellung. Wann nun genau die neue Ampelanlage kommen wird, bleibt indes noch abzuwarten – weder Stadtrat Martin noch Staatssekretär Tidow konnten konkrete Termine dazu nennen.

 

Datum: 7. November 2018, Text: Redaktion / Stefan Bartylla, Bild: Stefan Bartylla

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