Ein therapeutisches Reitzentrum für Karlshorst

Richtfest für die Hallen an der Trabrennbahn

Die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat (SPD), Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke), der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin-Ost Helmut Siebert, sowie Gäste und Beschäftigte auf der Baustelle feierten an der Trabrennbahn Karlshorst. das Richtfest für das bundesweit größte Zentrum der tiergestützten Therapie mit Pferden..

Rieisiges Vorhaben. Das inklusive Pferdesport- und Reittherapiezentrum, das im Herbst 2019 eröffnen soll, entsteht derzeit neben der Trabrennbahn Karlshorst. Die Initiative für das inklusive Sport- und Therapie-Projekt stammt von der Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin-Ost.

Das Zentrum umfasst nach Fertigstellung zwei große Reithallen, einen Reittherapieplatz, Spring- und Dressurplätze, moderne Stallungen, Aufenthaltsräume, eine Physiotherapiepraxis sowie eine völlig neu gestaltete Außenanlage mit viel Grün und Wasser.

Das ganze Gelände umfasst dann mit rund 100.000 Quadratmetern die größte Einrichtung ihrer Art. in Deutschland. Reiten, Fahren und Voltigieren können die meisten Menschen mit Sinnesschädigungen, körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen erlernen.

Reit- und Fahrsport gehören daher zu den bevorzugten Sportarten, die Menschen mit und ohne Behinderung hier gemeinsam ausüben können.

Im Laufe des Jahres 2019 sollen dann alle diese Bereiche des Therapeutischen Reitens im neuen Zentrum angeboten werden.

Dazu zählen die Hippotherapie als physiotherapeutische Behandlung auf dem Pferd, die Ergotherapie als medizinisch-pädagogische Therapieform, die Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd als pädagogische und psychologische Maßnahmen und der Sport an sich inklusive der Reitangebote im Freizeit- und Leistungssport.

Gesunder Sport

„Die falsche Lebensweise, eine sitzende Tätigkeit oder auch falsches Tragen und Heben sorgen dafür, dass wichtige Muskelgruppen nicht mehr in Anspruch genommen werden und verkümmern. Reiten fördert die Bildung von Rücken-, Bauch- und Beckenbodenmuskulatur“, erläuterte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) die Bedeutung der Reitangebote in ihrer Ansprache.

Gleichzeitig habe der Umgang mit Pferden eine positive Wirkung auf die Psyche und die Persönlichkeitsentwicklung. Besonders für Menschen mit Behinderungen sei der Reitsport gut geeignet um einen Ausgleich von behinderungsbedingter Bewegungsarmut zu schaffen und um Folge- und Sekundärschäden entgegenzuwirken. „Reiten ist gemeinsamer Sport für behinderte Menschen und nicht behinderte Menschen. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern ebenso für die soziale Integration“, so Kolat.

Neue Strukturen

Auch Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) äußerte seine Freude anlässlich des Richtfestes: „Mit dem Reitzentrum werden hier Strukturen des organisierten Sports für Menschen mit Behinderung gefördert und mit dem Breitensport verknüpft. Inklusion ist ein Prozess, der im Kopf anfängt und diesen Prozess wollen wir in Lichtenberg weiter voranbringen“, so Grunst.

Der Vorstandsvorsitzende Helmut Siebert fügte dem hinzu: „Unser Zentrum konzentriert sich im Gesamtkonzept auf den gemeinsamen Reitsport für Menschen mit und ohne Behinderung und auf das Therapeutische Reiten. Für uns gilt nach Gottfried Dietze, „auf dem Pferd hat jeder Mensch vier gesunde Beine“.

Man dürfe sich in Zukunft auch auf Aktivitäten wie die Special Olympics und Paralympics in Lichtenberg freuen, die hier ausgerichtet werden können.

Datum 7. 11. 2018, Text: Redaktion, Bild: BA Lichtenberg

WEITERSAGEN