Geburtsstunde der Demokratie

Mobiles Museum Neukölln befasst sich mit der Revolution 1918/19.

Vor 100 Jahren am 9. November 1918 wurde auf dem Schlossplatz in Berlin die Republik ausgerufen. Damit endete das Kaiserreich und wenige Tage später der Erste Weltkrieg. In der Folge der Novemberrevolution wurde die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland errichtet, das Frauenwahlrecht und der Achtstundentag eingeführt. Diese bedeutenden historischen Ereignisse haben lange Zeit zu wenig Beachtung gefunden. Deshalb erinnert das Museum Neukölln im Rahmen des Themenjahres „100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19“ mit der Ausstellung „Revolution! Neukölln 1918/19“ an diese Geburtsstunde der Demokratie in Deutschland. Bis zum 16. Januar 2019 ist die Ausstellung im Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Straße 83, zu sehen. Ab 18. Januar ist sie dann in der Helene-Nathan-Bibliothek, Karl-Marx-Straße 66, aufzufinden.

Ruhe vor dem Sturm

Der 9. November verlief in Neukölln einigermaßen ruhig. Keine Schüsse, kein Blutvergießen. Das hatte keiner erwartet, denn das „rote Rixdorf“ galt als sozialistische Hochburg. In den Straßen Neuköllns versammelten sich Kriegsgegner und Anhänger des Spartakusbundes, der in Neukölln eine starke Basis hatte. Das Polizeipräsidium wurde kampflos übergeben, die Soldaten schlossen sich zum Teil der Revolution an oder verhielten sich ruhig. Im Rathaus wurde der Arbeiter- und Soldatenrat unter Vorsitz des späteren Oberbürgermeisters Alfred Scholz (MSPD) gegründet. Ein völlig anderes Bild bot sich jedoch wenige Wochen später. In den Januarkämpfen und Märzunruhen eskalierte die Gewalt und blutige Straßenschlachten forderten viele Todesopfer. Mehr dazu erfahren Interessierte in der Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln, das die Ereignisse vom 9. November 1918 bis zum 18. März 1919 chronologisch nachzeichnet. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitmagazin und es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm.

Überall im Einsatz

Seit 2007 findet das Mobile Museum nicht nur seine Themen in Neukölln, sondern auch seine Ausstellungsorte. 17 Ausstellungen thematisieren Orte wie das Tempelhofer Flugfeld, die Hasenheide, das Rollbergviertel oder die Hufeisensiedlung oder beleuchten spezielle sozialhistorische Aspekte. Als tragende Elemente werden kombinierbare Stellwände eingesetzt, die fast überall zum Einsatz kommen können: in Einkaufszentren, Bibliotheken, Galerien, Schulen oder Krankenhäusern. Begleitend erscheinen Postkarten und Flyer bzw. Broschüren.

Datum: 11. November, Autor: red, Bild: bpk

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