Probleme in der Luisenstadt

Anwohner beklagen Müll und die problematische Verkehrssituation.

“Es ist zu laut.” Diesen Satz hört man von Teilnehmern des Runden Tisches Köpenicker Straße immer wieder. Doch Lärm ist nicht das einzige, womit die Anwohner der Nördlichen Luisenstadt zu kämpfen haben. Das zeigt ein nun veröffentlichter 200-seitiger Ergebnisbericht, der in einer Kooperation zwischen Forschern der Humboldt-Universität und dem Präventionsrat des Bezirksamts Mitte entstanden ist. 39 Prozent der Bewohner empfinden demnach die Lärmbelästigung, vor allem in den Abendstunden, als belastend. In der Brückenstraße gaben sogar 75 Prozent an, unter nächtlicher Lärmbelästigung zu leiden.

Auch für Volker Hobrack ist der unter anderem von den Hostelgästen in der Köpenicker Straße verursachte nächtliche Lärm das größte Problem. Dieser werde noch durch zwei illegal aufgestellte Spätis an der Ecke zur Adalbertstraße verstärkt. In und rund um die Köpenicker Straße gibt es einige Clubs, die auch unter der Woche Feiernde und Touristen anlocken, darunter der KitKatClub und das Sage. Das Areal ist auch durch die Nähe zu Friedrichshain-Kreuzberg ein beliebter Treffpunkt.

Verkehrssituation verbessern

Doch der Lärm ist nicht das einzige Problem, auf das Anwohner im Rahmen der Untersuchung aufmerksam gemacht haben. Auch die Verkehrssituation macht ihnen zu schaffen. Vor dem Hostel halten täglich zahlreiche Reisebusse und Taxis, die die Fahrbahnen blockieren, für stockenden Verkehr oder gefährliche Situationen für Radler sorgen. Doch was wäre die Lösung? Die Forscher der HU haben zumindest Ideen, wie sich die Verkehrssituation bessern könnte. Eine Möglichkeit wäre die Einrichtung einer Tempo-30-Zone. „Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte hat bereits im November 2014 entsprechende Beschlüsse gefällt, das Bezirksamt möchte dies ebenfalls umsetzen“, heißt es in dem Bericht. Für die Umsetzung ist aber mindestens ein Antrag eines Anwohners nötig, dieser ist zumindest nach Kenntnisstand der Forscher noch nicht eingegangen. Für die Brückenstraße wäre außerdem ein neuer breiterer Radweg denkbar. In Nähe der Clubs könnte ein offizieller Taxistand die Situation entschärfen.

Mehr Drogenhandel

Für Hobrack sind Lärm und Verkehr die beiden Hauptprobleme im Gebiet. Es gibt aber auch Anwohnerbegehren für weniger Müll und die Eingrenzung des Drogenhandels rund um den U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Zumindest das Müll-Problem sei aber laut Hobrack „nicht akut“. Dafür berichten Anwohner vermehrt, dass ihre Hauseingänge und Kellerräume als Rückzugsräume von Konsumierenden genutzt wurden. Da dies aber in Berlin leider kein Einzelfall sei, sehen die HU-Mitarbeiter hier wenig Verbesserungspotenzial.
Runder Tisch. Der Bericht wurde in enger Abstimmung mit den Teilnehmern des Runden Tisches gefertigt. Dieser lädt seit 2013 Anwohner und Interessierte zum Informationsaustausch und zur Bürgerbeteiligung. „Wir tagen jeden dritten Dienstag im Monat, zur Zeit im Optionsraum III der Spreefeldgenossenschaft, Wilhelmine-Gemberg-Weg 17“, erklärt Volker Hobrack. Alle Betroffenen sind willkommen.

Datum: 17. November 2018, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/Stefan Zeitz

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