Eine grüne Oase für alle Sinne

Egelpfuhl-Park wird umgestaltet und soll an Jonny K. erinnern

Aus dem etwas in die Jahre gekommenen Egelpfuhl-Park im Spandauer Westen soll ein Aktiv-Park für alle Generationen werden. Vorgesehen sind attraktive Sport-, Spiel- und Aufenthaltsangebote. Außerdem soll die Grünanlage an den gewaltsam zu Tode gekommenen Jonny K. erinnern

Für die Menschen in der Großsiedlung Obstallee, der Rudolf-Wissell-Siedlung und den Einfamilienhäusern am Magistratsweg ist der Egelpfuhl-Park eine unverzichtbare grüne Oase. Doch die Anlage ist in die Jahre gekommen. Spielplatz und Bolzplatz entsprechen kaum mehr den Interessen von Kindern und Jugendlichen. Bewegungs- und Erholungsangebote für die zahlreichen Senioren fehlen völlig. Die Hügel und die zugewachsenen Bereiche zur Lutoner Straße sind zum Teil schlecht einsehbar, verengt und dunkel.

Respektvolles Miteinander

Im Gedenken an Jonny K., der in der Nähe aufwuchs und vor gut sechs Jahren am Alexanderplatz zu Tode geprügelt wurde, soll ein Aktivpark entwickelt werden, bei dem Gewaltprävention und die Förderung von Verständnis, Toleranz und respektvollem Miteinander das Leitthema bilden. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie, die im Auftrag des Bezirksamts erstellt wird, werden Gestaltungsvarianten für den Aktivpark entwickelt, die Spiel-, Sport-, Bewegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für unterschiedliche Generationen und Zielgruppen bieten. Betrachtet werden auch die Verbindungen zu den Freiflächen der Carlo-Schmid-Oberschule, zur angrenzenden Kleingartenanlage und zum Egelpfuhl-Grünzug. Das Vorhaben wird im Rahmen des Stadtumbau-Programms des Senats gefördert.

„Die Umgestaltung des Egelpfuhl-Parks zum Jonny-K.-Aktivpark wird für die Spandauer, insbesondere für unsere Jüngsten, neue Spiel- und Freizeitmöglichkeiten schaffen und damit eine deutliche Verbesserung des Wohnumfeldes für den Bereich der Heerstraße Nord sein“, erklärte Baustadtrat Frank Bewig (CDU). Bei Workshops wurden Ideen von Bürgern gesammelt. Daraus formten Architekten erste Gestaltungsvarianten. So ist angedacht, den eher schlichten Wiesen mehr Vielfalt angedeihen zu lassen. Der Park könnte in eine ruhige und eine aktive Zone aufgeteilt werden. Zur Entspannung wurden eine Yogawiese, gemeinschaftliche Gartenfelder und eine Obstbaumwiese vorgeschlagen. Ein Entwurf enthält zudem ein Café oder einen Kiosk. Im Aktivbereich sollen „Aktivinseln“ entstehen, mit Tischtennisplatten, Sportplätzen und Fitnessgeräten. Sportliche Aktivität soll zur Gewaltprävention beitragen und damit Bezug zu Jonny K. nehmen, so die Planer.

Behutsame Eingriffe

„Ich habe die Sorge, dass die Pläne zur Errichtung eines Aktivparks zwar ,das Leben feiern, dabei aber die derzeitige natürliche Umgebung auf der Strecke bleibt“, sagt die Bezirksverordnete Elmas Wieczorek. Menschen sollten veranlasst werden, den Park zu sportlichen Betätigungen zu nutzen, oder um die Natur zu erfahren, und zwar durch behutsame Inanspruchnahme, etwa von Obstbäumen. Die Grünen-Politikerin spricht sich für Spielplätze und sonstige Einrichtungen wie Bänke, Fuß- und Fahrradwege aus, die nicht nur zum Verweilen in einer durch die Natur geprägten Umgebung einladen, sondern zu Aktivitäten in einer natürlichen Umgebung.

„Den Park nach dem getöteten Jonny K. zu benennen, finde ich gut“, sagt Wieczorek. „Ich kenne keinen Park in Deutschland, der nach einem jungen Menschen benannt worden ist. Damit würde nicht nur die Erinnerung an einen jungen Spandauer erhalten bleiben, sondern eine Ablehnung von Gewalt zum Ausdruck gebracht werden und zwar an einem Ort, der allen zugänglich ist.“

Datum: 18. November 2018. Text: Redaktion. Bild: Thinkstock/iStock/DragonImages

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