Radfahrsteifen für mehr Sicherheit

Auf der Holzmarktstraße wurde Berlins erster geschützter Radweg eingeweiht.

Dreieinhalb Meter breit, grün beschichtet, weiß-rote Poller – Berlins erster geschützter Radfahrstreifen wurde auf der Holzmarktstraße eingeweiht. Im Beisein von Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos/für die Grünen), die höchstpersönlich auf einen Drahtesel stieg und das neue Pflaster testete. Die weiß-roten Poller trennen den Rad- vom Autoverkehr. Das soll die Sicherheit erhöhen, die grüne Farbe für eine bessere Sichtbarkeit sorgen. „Es geht uns um die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer“, sagt Günther. Die geschützten Radfahrstreifen sind ein Modellversuch und werden in Berlin fünf Jahre lang erprobt. Weitere Standorte folgen. Im Rahmen der begleitenden Untersuchung werden verschiedene Materialien getestet und Radfahrer nach ihren Erfahrungen befragt.

Regine Günther (Mitte) testet das Pflaster.

Kritische Stimmen

Erste Stimmen und Erfahrungsberichte zu dem neuen Radstreifen machen sich bereits in den sozialen Netzwerken breit. In mehreren Punkten hagelt es Kritik. „Was mach’ ich eigentlich im Stau, wenn Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen im Einsatz durchmüssen? Ich sehe dort keine Möglichkeit, eine Rettungsgasse zu bilden“, schreibt ein User auf Facebook. Andere monieren die Bushaltestelle vor dem Radstreifen und sehen die Poller eher als Unfallrisiko.

Kein Zuparken

Die Poller sollen das regelwidrige Zuparken von Radwegen durch Fahrzeuge verhindern, heißt es vonseiten der Senatsverwaltung. Die geschützten Radfahrstreifen gehören zum Ausbau der Fahrradinfrastruktur, die im Mobilitätsgesetz verankert ist. An welchen Straßen geschützte Radfahrstreifen umgesetzt werden können, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab und sei unter anderem eine Platzfrage. Geschützte Radfahrstreifen sind mindestens zwei Meter breit. Hinzu kommt eine schraffierte Protektionsfläche mit Pollern, die im Regelfall ein Meter breit sein soll. Der geschützte Radfahrstreifen wurde im Zuge des Umbaus der Holzmarktstraße realisiert

Weitere Planungen

Weitere acht geschützte Radfahrstreifen sind in Planung oder bereits im Bau: Auf der Karl-Marx-Allee werden zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz im Zuge der umfassenden Sanierung von Fahrbahn, Geh- und Radwegen beidseitig geschützte Radfahrstreifen angelegt. Baubeginn war im Juni diesen Jahres. An der Hasenheide in Kreuzberg sei – in Abhängigkeit vom Wetter – möglicherweise noch Ende November mit dem Baubeginn zu rechnen, teilt die Senatsverwaltung mit. Für das kommende Jahr ist der Bau folgender geschützter Radverkehrsstreifen geplant: Karl-Marx-Straße (Neukölln), Frankfurter Allee (Friedrichshain), Altfriedrichsfelde (Lichtenberg; Südseite, vor Gensinger Straße), Amrumer Straße (Wedding), Dahlemer Weg (Zehlendorf) und Märkische Allee (Marzahn-Hellersdorf, südlich der Brücke über die Ostbahn).

Datum: 18. November, Autor: sara/red, Bilder: SenUVK, Sara klinke

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