Mehr Leben auf dem Ludwig-Beck-Platz

Anwohner stellen Ideen vor / Adventsmarkt erstmalig am 8. Dezember.

Eher eine öde Parkfläche als eine beliebte Begegnungsstätte ist der Ludwig-Beck-Platz. Auch der Wochenmarkt mit seinen rund zehn Händlern ändert daran wenig. Ebenso wenig ist dies den mehrfachen Ausgaben des „Festes der Nachbarn“ gelungen. Anwohner wünschen sich mehr Leben auf dem großzügigen Dreieck zwischen Augustastraße, Moltkestraße und Holbeinstraße. Beim Runden Tisch Lichterfelde-West ist dieser Stadtort immer wieder ein Thema. Bei der jüngsten Sitzung unter der Fragestellung „Kann man den Ludwig-Beck-Platz wieder beleben?“ präsentierten die Teilnehmer vielerlei Kritikpunkte und Wünsche.

Mehr Wärme

Einigkeit herrschte darin, dass der Platz seit der Neupflasterung vor einigen Jahren seine Beliebtheit eingebüßt hat. Mit der Pflasterung verschwanden viele Markthändler und nur wenige kehrten später zurück. Früher sei der Platz gemütlicher gewesen. Nun wirke er steril. Wegen der vielen illegal parkenden fehle Raum zum Flanieren und für spielende Kinder. Anwohner regten an, den Platz abzusperren, um parkende Autos zu verhindern. Ein Teil der Fläche könnte als Verweil-Bereich mit Spielmöglichkeiten für Kinder gestaltet werden. Neben Sitzgelegenheiten wünschen sich manche einen Bouleplatz. Hinzu kommen eine wärmere Beleuchtung und eine zusätzliche Bepflanzung.

Markthändler äußerten, der Verkauf auf dem Ludwig-Beck-Platz sei zu gering, als dass es sich tatsächlich lohnen würde. So stellte sich der Runde Tisch die Frage, was für Anreize geschaffen werden könnten, um Händler zu halten und das Angebot aufzustocken, um somit die Attraktivität zu steigern. Eine Mitarbeiterin der „Stiftung kleine Plätze“ bot an, den weiteren Prozess beratend zu begleiten. Der nächste Runde Tisch findet am 4. Dezember, um 18.30 Uhr, im Gutshaus Lichterfelde, Hindenburgdamm 28, lässt das Stadtteilzentrum Steglitz wissen. Bis dahin soll unter anderem geklärt werden, wie es um die Bewässerung der bislang bepflanzten Baumscheiben steht.

Soziale Kontakte

Zuständig für den Wochenmarkt ist die Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes. Auch dort sucht man nach Wegen, nicht nur den Markt, sondern den gesamten Platz neu zu beleben. „Gerade mobilitätseingeschränkte Menschen sind für derartige Nahversorgungsangebote dankbar“, sagt Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU). „Im Idealfall kann ein Wochenmarkt auch ein Ort für soziale Kontakte und Kommunikation darstellen. Derartige Beispiele haben wir im Bezirk. In diesen Fällen profitieren auch die umliegenden Gewerbetreibenden von der Attraktivität und Zugkraft eines Wochenmarktes. Auch hierbei gibt es beim Wochenmarkt Ludwig-Beck-Platz Steigerungspotenzial.“

Wichtig sei, so Richter-Kotowski, den Marktstandort mithilfe von Werbung und Kommunikation noch bekannter zu machen. Inzwischen gebe es hierbei Unterstützung von „engagierten Initiativen“ wie den besagten Runden Tisch, dem Stadtteilzentrum Steglitz und der „Anwohnerinitiative Ludwig-Beck-Platz“. Dank einer gemeinsamen Aktion dieser Initiativen findet, mit Unterstützung der bezirklichen Wirtschaftsförderung, am 8. Dezember, von 10 bis 16 Uhr, auf dem Ludwig-Beck-Platz zum ersten Mal der Lichterfelder Adventsmarkt statt.

Datum: 19. November 2018. Text: Nils Michaelis. Bild: Fridolin freudenfett (Peter Kuley/Wikimedia Commons

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