Hermsdorf: Autos sollen draußen bleiben

Anwohner fordern Verkehrsberuhigung für die Schildower Straße.

Die Gegend rund um die Schildower Straße, den Waldsee und das Tegeler Fließ in Hermsdorf gilt als beste Wohnlage. Doch der dichte Autoverkehr auf der Schildower Straße macht vielen Autofahrern zu schaffen.

Viele Pendler nutzen die Wohnstraße während der Stoßzeiten, um dem Stau auf der B96 zu entgehen.Die „Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung“ (BI) hat auf der Alten Schildower Straße in Glienicke und der Schildower Straße in Hermsdorf rund 6.000 Durchfahrten pro Tag gezählt und beklagt, Autokolonnen würden das Wohngebiet zerschneiden. Zudem würden viele Autofahrer die Tempo-30-Regelung missachten. Die BI fordert, die Schildower Straße in eine verkehrsberuhigte Zone umzuwandeln. Aus Sicht der CDU könnte die Straße sogar zur Sackgasse werden. In der jüngsten Sitzung des Verkehrsschusses hat die BI eine Liste mit rund 600 Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung abgegeben.

Fahrbahn verengt

Auch Bezirkspolitiker sehen großen Handlungsbedarf in Hermsdorf. Viele Anwohner sind verängstigt. „Wir müssen schleunigst ein Konzept vorlegen, um die Situation zu entlasten, denn im Verkehr gilt noch immer: Ankommen statt Umkommen“, sagt Marvin Schulz, stellvertretender Vorsitzender der CDU Hermsdorf. In der Vergangenheit sei die Verkehrsbelastung durch Fahrbahnverengungen abgemildert worden. Um das Problem weiter einzudämmen, bat der Hermsdorfer CDU-Politiker Eberhard Schönberg das Bezirksamt darum, weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu prüfen. „In letzter Konsequenz müsste man die Straße für den Durchgangsverkehr sperren“, so Schulz.

„Ich freue mich, dass Teile der Union die Dringlichkeit einer Verkehrsberuhigung in Wohngebieten und in der Schildower Straße endlich einsehen“, sagt Jens Augner (Grüne) vom Verkehrsausschuss. „Die Maßnahmen sollten sich in ein Gesamtkonzept für das Gebiet zwischen B96 und Landesgrenze einfügen, damit das Problem nicht nur verlagert wird.“ Die öffentlichen Verkehrsverbindungen vom Umland nach Berlin, aber auch die Möglichkeiten, mit dem Fahrrad an den ÖPNV zu gelangen, müssten verbessert werden, fordert Augner.

Attraktive Alternativen

„Leider bremst die CDU hier nach wie vor“, sagt er. Die Union wolle einen Bus von Glienicke nach Frohnau nur, wenn dafür in Frohnau keine Pkw-Parkplätze für eine weitere Bushaltestelle weichen müssen. „Die SPD hat sich im Ausschuss dafür ausgesprochen, im Rahmen eines Verkehrsgutachtens die möglichen baulichen und verkehrlichen Maßnahmen und vor allem deren Wirkungen auf die umliegenden Wohngebiete zu untersuchen“, sagt Augners Ausschuss-Kollegin Angela Budweg (SPD).  „Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Untersuchung sollen versuchsweise die Vorschläge der Initiative getestet und damit verbundene Verkehrsverlagerungen ermittelt werden.“

Grundsätzlich sei dem hohen Verkehrsaufkommen nur durch attraktive Alternativen aus ÖPNV und Radverkehr beizukommen. Die S1 bis Oranienburg müsse im Zehn-Minuten-Takt fahren, um für Pendler aus dem nördlichen Umland eine Alternative zum Auto zu bieten. „Für die Glienicker und die Schildower wäre sicherlich ein besserer Bustakt und eine direktere Buslinienführung hilfreich“, so Budweg.

Datum: 22.November 2018. Text: Nils Michaelis. Bild: imago/Steinach

WEITERSAGEN