Mit Graffiti gegen Graffiti in Heiligensee

Legale Streetart verschönert S-Bahnhof  – CDU-Politiker hat weitere Standorte im Visier.

Schmierereien und Graffiti sind vielerorts im Stadtbild zu entdecken. Besonders häufig sind Fahrzeuge und Gebäude der S-Bahn und der BVG betroffen. So auch der S-Bahnhof in Heiligensee. Nun wurde eine Idee von Felix Schönebeck, Vorsitzender des Vereins „I love Tegel“ aufgegriffen und in die Tat umgesetzt. Sein Konzept: Graffiti mit Graffiti bekämpfen. Durch legale Streetart in Form von Kunstprojekten sollen illegale Schmierereien nachhaltig verhindert werden.

Effektives Mittel

Schönebeck: „Es mag zunächst komisch klingen, aber das wohl effektivste Mittel gegen Graffiti sind Graffiti. In Form von legaler Streetart kann man nicht nur Orte optisch aufwerten, sondern auch illegale Graffiti verhindern. Oft werden durch professionelle Künstler gestaltete Flächen nicht von Schmierern heimgesucht.“
Stromkästen verziert. Ursprünglich hatte Schönebeck den Personentunnel am S-Bahnhof Tegel für eine solche Gestaltung vorgeschlagen. Dort einigte man sich jedoch unter Berücksichtigung der Historie des Bahnhofs stattdessen auf spezielle Anti-Graffiti-Fliesen. Auch bei der Schneckenbrücke zwischen Tegel und Borsigwalde sei eine solche Gestaltung im Zuge der Sanierung in der Planung. Zudem wurden Hunderte Stromkästen in Reinickendorf bereits umgestaltet, oft im Rahmen von Schulprojekten.

Geht es nach Schönebeck, sollen noch weitere öffentliche Gebäude, Flächen und Bahnhöfe im Bezirk künstlerisch gestaltet werden. Sein Motto: „Ein bisschen Farbe braucht das Leben.“

Verkehr unterbrochen

Der S-Bahnhof Heiligensee blickt auf eine lange Geschichte zurück. Für den Güterverkehr wurde die Station im Jahr 1893 eröffnet. Für den Personenverkehr wurde er 1897 freigegeben. Der Mittelbahnsteig wurde 1925/26 in zwei Etappen neu gebaut und hochgelegt. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg fuhr die S-Bahn im 20-Minuten-Takt. Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 wurde der ins Umland herausführende Verkehr unterbrochen und Heiligensee zum Endbahnhof auf West-Berliner Gebiet.

1984 erfolgte die Stilllegung der Kremmener Bahn auf Berliner Gebiet. Erst nach grundlegender Erneuerung der Strecke von Schönholz nach Hennigsdorf wurde der Bahnhof mit der wieder eröffneten Teilstrecke zwischen Tegel und Hennigsdorf 1998 erneut in Betrieb genommen.

Datum: 23. November 2018. Text: Redaktion. Bild: Felix Schönebeck

WEITERSAGEN