Ein wichtiger Preis gegen Rechts

Silvio-Meier-Preis geht an Raul Krauthausen und den Verein Togo Action Plus.

Es war am 21. November 1992, als auf dem U-Bahnhof Samariterstraße Schreckliches geschah: Der damals 27-jährige Silvio Meier, Hausbesetzer und Aktivist der links-alternativen Szene in Berlin, wurde von Neonazis erstochen. Meier wurde so nicht nur zu einem Opfer rechter Gewalt, sondern darüber hinaus zu einem Symbol für den Kampf gegen Rechts, gegen Ignoranz, Leugnung und fehlende Anerkennung der Gefahr rechter Gewalt durch den Staat und seine Repräsentanten.

Um Silvio Meier zu gedenken und um klar Position gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung zu beziehen, wurde zum einen eine Straße in Friedrichshain-Kreuzberg nach dem jungen Mann benannt. Zum anderen verleiht der Bezirk seit drei Jahren den Silvio-Meier-Preis, um zu aktivem, gewaltfreiem Eintreten für Freiheit, politischer und kultureller Emanzipation unabhängig von Herkunft, Religion, sozialer Stellung oder sexueller Identität ermutigen und entsprechendes Handeln zu unterstützen und zu ehren.

Umdenken fördern

Raul Krauthausen sensibilisiert Menschen für gesellschaftliche Probleme

Verliehen wird der Preis jedes Jahr am Todestag von Silvio Meier. In diesem Jahr hat das Bezirksamt Raul Aguayo-Krauthausen und den Verein Initiative Togo Action Plus feierlich im Jugend(widerstands)museum an der Rigaer Straße ausgezeichnet. Der Kreuzberger Raul Aguayo-Krauthausen (geboren 1980) ist Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit. Er ist Gründer und Vertreter des gemeinnützigen Vereins „So-zialhelden“ und schafft es, Menschen für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren und zum Umdenken zu bewegen. Raul Aguayo-Krauthausen ist darüber hinaus Autor, Blogger und moderiert seine eigene Talksendung

Anlaufstelle geschaffen

Die Initiative Togo Action Plus wurde 2004 gegründet und hat ihren Sitz in Friedrichshain. Der Verein engagiert sich als Flüchtlingsinitiative und unterstützt politisch, rassistisch und religiös Verfolgte, Geflüchtete und Vertriebene. Seit 2012 bietet der Verein Deutschkurse in seinen Räumlichkeiten an, die mithilfe von Spenden und der Arbeit von Ehrenamtlichen umgesetzt werden. Neben den Sprachkursen werden Infoveranstaltungen zu Asylrecht, Aufenthaltsgesetzen und der Residenzpflicht angeboten.

Viele Vorschläge

„Mit dem Silvio-Meier-Preis unterstützen wir als Bezirk Initiativen und Bürger, die aktiv und gewaltfrei gegen Rassismus und Diskriminierung eintreten – Menschen, die sich für Toleranz und Vielfalt engagieren. Auch in diesem Jahr haben wir vielfältige Vorschläge erhalten und freuen uns darüber, Raul Aguayo-Krauthausen und die Initiative Togo Action Plus e.V. auszeichnen zu dürfen“, erklärt Stadträtin Clara Herrmann. Die Jury habe sich einstimmig für die beiden Preisträger entschieden. Mit den Ausgezeichneten verleiht die Jury den Silvio-Meier-Preis an zwei sehr unterschiedliche Akteure, denen ein außergewöhnliches Engagement gemeinsam sei. Beide Preisträger setzen sich aus Sicht der Jury in Tradition von Silvio Meier, einem leidenschaftlichen Kämpfer für Toleranz, Freiheit und politische Emanzipation, ein.

Datum: 24. November 2018, Autor: red, Bilder: imago/Steinach, Wikimedia Commons, Esra Rotthoff (www.esrarotthoff.com)

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