Sonnenstrom für die Klimaziele

Stadtwerke bauen Solar-Panels auf Lichtenberger Schuldächer.

Die Berliner Stadtwerke wollen in Zukunft für viel Spannung auf den Dächern dieser Stadt sorgen – und das mit ganz sauberem Strom aus Photovoltaik-Anlagen. Mit 30 solcher Sonnenkraftwerke hat der kommunale Stromanbieter Gebäude im Stadtgebiet bereits ausgestattet. Jetzt sollen noch viel mehr davon auf den Dächern öffentlicher Gebäude aufgestellt werden. Dazu wurden bereits Verträge mit den Bezirken vorbereitet. Spitzenreiter bei der Umsetzung dieser Projekte in Berlin ist Lichtenberg: Auf sechs Schuldächern sowie einem Stützpunkt des Grünflächenamtes werden in den nächsten Monaten Solarpanele installiert.

Klimaziele erreichen

„Die Einsparungen für uns als Bezirk sind zwar nicht exorbitant. Das Entscheidende ist aber, dass wir neben dem Benefit aus der Verpachtung auch den Stadtwerken helfen können, ihrem Auftrag zur Bereitstellung alternativer Energien nachzukommen“, sagt Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) zu den bevorstehenden Maßnahmen. So ganz neu ist die Idee der Solarstrom-Gewinnung auf Lichtenberger Schulen dabei gar nicht. Bereits seit dem Jahr 2005 wurden nach und nach zwanzig Lichtenberger Schulen mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet.

Größere Erträge lieferten bislang Anlagen auf dem Barnim-Gymnasium, der Fritz-Reuter-Schule und auf der Randow-Schule. Alle Anlagen waren aber bislang für den schuleigenen Verbrauch bestimmt. Die neuen Anlagen, die durch die Stadtwerke installiert und betrieben werden, werden weitaus größere Strommengen liefern, die auch ganz normale Kunden beziehen können.

Allein die Anlage auf dem Dach der Verwaltungsakademie Berlin in der Straße Alt-Friedrichsfelde wird Strom für 150 Haushalte liefern können. Andere Standorte werden das Herder-Gymnasium, die Mildred-Harnack-Schule, die Charlotte-Kniese-Schule und die Karlshorster Schule sein.

Absolut konkurrenzfähig

Die allererste Anlage dieser Serie wurde Mitte November auf dem Dach der Max-Taut-Schule am Nöldnerplatz installiert. „Bei einer Leitung von 370 kWp wird die Anlage auf der Taut-Schule jährlich bis zu 315.000 Kilowattstunden liefern. Das reicht für den Bedarf von rund 100 großen Familienhaushalten“, rechnet Julian Silbermann, Projektsteuerer der Berliner Stadtwerken das Potenzial der rund 3.000 Quadratmeter großen Solar-Panel-Fläche vor.

Neben der jährlichen CO2-Einsparung von 150 Tonnen gäbe es Strom zu einem absolut konkurrenzfähigen Preis, so Silbermann. „Das ist gar nicht so einfach auf dem Berliner Markt zu relaisieren. Hier gibt es über 500 Stromanbieter, die zum Teil mit Mengen-Rabattierungen schon sehr günstige Preise anbieten können“, erläutert der Projektsteuerer. Die Installation der Anlagen auf den anderen Schulen soll in den kommenden Monaten folgen. „Je nach Witterungslage sollten wir Ende März bis Mitte April damit fertig sein“, so Silbermann.

Ambitionierte Ziele

Die jetzt avisierten Maßnahmen sind nur ein kleiner Baustein zur Erfüllung des Berliner Energiewendegesetzes (EWG Berlin), das als gesetzliche Grundlage zur Umsetzung von Klimazielen geschaffen wurde, um dem internationalen Klimaabkommen von Paris gerecht zu werden. Die ambitionierten Ziele umfassen dabei eine Primärenergieeinsparung von 80 Prozent bis zum jahr 2050. Darüber hinaus sollen bis dahin auch mindestens 85 Prozent der CO2-Emmission durch Verwendung erneuerbarer Energien gesenkt werden.

Nach Lichtenberg stehen die Stadtwerke jetzt auch in Verhandlungen mit Marzahn-Hellersdorf und Mitte für Installationen auf den Dächern weiterer Schulen und öffentlicher Gebäude.

Datum: 23.Nomeber 2018, Text: Stefan Bartylla, Bild: Stadtwerke Berlin

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