Zehlendorf: Dritter Bahnhofszugang könnte sich verzögern

Senatsverwaltung verweist auf Änderungen für Planungsvorlauf am Teltower Damm.

Die jüngste Informationsveranstaltung zum Umbau des Bahnhofs Zehlendorf endete mit einer Überraschung. Die Bürgerinitiative Zehlendorf, die zu der öffentlichen Veranstaltung eingeladen hatte, hatte damit gerechnet, von der Bahn mehr über den Bau eines dritten Zugangs zum Bahnhof erfahren, der zwischen Machnower Straße und Anhaltinerstraße eingerichtet werden soll. Genau dafür hat sich die BI jahrelang eingesetzt. Die Bahn favorisierte jahrelang eine Lösung am Teltower Damm.

Nun ließ der Staatskonzern wissen, dass die Finanzierung und damit auch alle weiteren Planungen unklar seien. Der Zugang am „Postplatz“ sei nicht vom Senat bei der Bahn bestellt worden, hieß es. Es bestehe weiterhin Abstimmungsbedarf zwischen dem Land Berlin und den Bahnunternehmen zur rechtlichen Genehmigung und zur wirtschaftlichen Realisierung. Die Eisenbahnüberführung Postplatz sei nicht mehr als Überführung, sondern als reiner Bahnhofszugang geplant, hieß es vom Senat. Diese Bestelländerung und mögliche Auswirkungen auf das Vorhaben würden gegenwärtig geprüft.

Verfahren beschleunigen

„Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz muss die Bestellung für den Bahnhofszugang Postplatz-Machnower Straße bald finalisieren, sonst geht das Genehmigungsverfahren für den Bahnhofsumbau ohne ihn los und dann wird er vielleicht nie gebaut“, sagt Christian Küttner von der Bürgerinitiative. „Das wäre fatal für die Menschen und für Zehlendorf.“ Küttner appelliert an die Senatsverwaltung, bis zum Jahresende ein Gesamtkonzept 2025 für den Bahnhof Zehlendorf vorzulegen und im kommenden Januar die Bestellung für den neuen Westzugang bei der Bahn abzuschließen. Der Bezirk wird aufgerufen, sich nicht „vor der Verantwortung wegzuducken“. „Knapp 30 Monate nach dem Senatsbeschluss Ende Mai 2017 und 13 Bürgerversammlungen nach der ersten Bürgerversammlung zum Bahnhof wird es Zeit für Entscheidungen.“

Neue Treffpunkte

Ansonsten steht der Zeitplan für den Bau der neuen Bahnbrücke und den Umbau des Bahnhofs Zehlendorf. Bis Anfang des Jahres 2022 sollen die Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. Bis Dezember 2024 sind Ausschreibungen und Bau maßnahmen für zwei Zugänge inklusive Brückenausbau von 14 auf 19 Meter Breite geplant. Der bestehende Aufgang am Teltower Damm wird umgebaut und ein zweiter auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Höhe eines Radiogeschäftes neu gebaut.

Küttner und seine Bürgerinitiative haben hohe Erwartungen an den dritten Zugang zum Bahnhof. „Positive Effekte sind kürzere und sichere Laufwege für die Schüler: der Droste-Hülshoff-Schule und vom Schadow-Gymnasium sowie für alle Menschen, die in Richtung Machnower Straße und Kleinmachnow unterwegs sind oder in nördlicher Richtung die Stadtbibliothek oder das Rathaus ansteuern.“ Auf beiden Seiten der Zugänge könnten neue Vorplätze zum Treffen, Verweilen, Platz für Märkte, für Musik, Raum für Radabstellplätze entstehen. Küttner: „Zehlendorf bekommt mit dem Postplatz seinen alten, echten Dorfplatz wieder, der zentral gelegen und autofrei als Bahnhofsvorplatz und Dorfmarktplatz für vielerlei Zwecke genutzt werden kann. Ein Juwel, um das uns viele Ortskerne in Berlin beneiden werden.“

Datum: 28. November 2018. Text: Redaktion. Bild: imago/Stefan Zeitz

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