Vorweihnachtliches Mutterglück für Eisbärin Tonja

Eisbären-Nachwuchs kam am 1. Dezember.

Bis zu 22 Stunden täglich schlief Tonja in den letzten Wochen. Am Freitag war die angehende Eisbären-Mutter erstmals unruhig, schlief deutlich weniger als die Tage zuvor. Am 1. Dezember, 2:33 Uhr, brachte Tonja schließlich ein meerschweinchengroßes Jungtier auf die Welt.

Dank neuer Kameratechnik konnte Eisbären-Kurator Florian Sicks auch von zu Hause die Wurfhöhle überwachen und entdeckte so am 1. Dezember als Erster den Nachwuchs. Das Jungtier liegt stets dicht am wärmenden Fell der Eisbären-Mutter. „Als gegen 21 Uhr am 1. Dezember laute Schmatzgeräusche erstmals für eine längere Zeit zu hören waren, löste sich meine erste Anspannung etwas. Mittlerweile trinkt das Eisbären-Jungtier regelmäßig und nähert sich einem Rhythmus von etwa 2-3 Stunden“, erzählt Sicks.

Gut gerüstet für den Winter

Tonja wurde zwischen März und April mehrmals von Eisbären-Vater Wolodja gedeckt und hat sich im Laufe der folgenden Monate eine dicke Schicht Winterspeck zugelegt. Von schlanken 230 kg im März schaffte es Tonja im September auf 390 kg. Eine Trächtigkeit wurde zwar vermutet, überprüfen konnte man das jedoch nicht: „Eisbären gehören zu den gefährlichsten Landraubtieren, Tonja per Ultraschall zu untersuchen wäre also ohne risikoreiche Vollnarkose nicht möglich gewesen“, erklärt Sicks. Eine genaue Tragzeit ist bei Eisbären nicht zu bestimmen. Ab Ende des Sommers entwickelt sich nach einer “Keimruhe” aus dem befruchteten Ei der Embryo und beginnt zu wachsen. Auch im natürlichen Lebensraum der Eisbären ziehen sich die Weibchen im Herbst zurück, um Nachwuchs zu bekommen.

Tierpark drückt Daumen

„Uns haben die Erfahrung der letzten beiden Jahre nochmal klar gemacht wie schnell solch ein Glück vorbei sein kann. In den ersten zehn Tagen ist die Sterblichkeit besonders hoch, dennoch sind wir sehr zuversichtlich und drücken alle die Daumen. Tonja hat sich bisher immer vorbildlich um ihre Jungtiere gekümmert und sie tut es auch jetzt wieder. Dank der Kameratechnik kann auch ich – sogar von zu Hause – immer wieder live dabei sein und die Beiden in ihrer Wurfhöhle beobachten“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem.

In den nächsten Wochen wird sich niemand der Wurfhöhle nähern. Absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ist für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor. Die Eisbären sind aktuell für die Tierparkgäste nicht zu sehen. Wie auch im natürlichen Lebensraum verlassen die Mütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle, teilt der Tierpark mit.

Datum: 3. Dezember 2018, Text und Bilder: Tierpark Berlin

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