Pleite wegen Abriss

Hakenfelder Ehepaar muss Datsche auf eigene Kosten beseitigen.

Das Bezirksamt hatte Annegret und Paul-Uwe Röckendorf im Februar 2013 das Wochenendgrundstück in der Siedlung am Elkartweg 10 in Hakenfelde nach 20 Jahren gekündigt. Grund: zu groß, außerdem gibt es den Verdacht des „dauernden Wohnens“ im Wochenendhaus. Jetzt der Beschluss des Berliner Landgerichts: Das Ehepaar muss auf eigene Kosten die Datsche abreißen lassen.

„Dagegen kann man nichts mehr tun“, erklärt der Anwalt Dr. Harald Westphal. „Die Röckendorfs haben das Häuschen bereits verlassen und müssen jetzt Privatinsolvenz anmelden. Sie haben keine 20.000 Euro, um den Abriss zu bezahlen“.Das Bezirksamt Spandau steht rechtlich auf der sicheren Seite: Der Mietvertrag der Familie rechtfertigt eine Kündigung ohne Angaben von Gründen – jährlich. Und das Häuschen ist tatsächlich größer als erlaubt. Aber viele der dortigen Wochenendhäuser haben mehr als die erlaubten 40 Quadratmeter, weil sie nach Ende des Zweiten Weltkrieges als „Behelfsheime“ erbaut worden sind. Zwei Gespräche mit Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank blieben ergebnislos. Er wolle sich bemühen, hatte er versprochen.

Weitere Betroffene

Um dem Ehepaar Röckendorf zu helfen, will der Bezirksverordnete Jürgen Kessling die Sache der Bezirksverordnetenversammlung vortragen. Ihr Schicksal ereilt möglicherweise auch noch fünf andere Siedler.

Anke Walter