Kommentar: Balance ist gefragt

CR-BAB_Stefan44.000 Flüchtlinge hat Berlin seit dem Sommer vergangenen Jahres aufgenommen. Eine harte Bewährungsprobe für die Stadt. Viele Turnhallen wurden zu Notunterkünften umgewandelt, im Tempelhofer Flughafen plant der Senat sogar ein eigenes Stadtviertel für 7000 Flüchtlinge – isoliert von der Berliner Bevölkerung. Integration sieht anders aus. Jetzt hat der Senat 700 Millionen Euro für 90 Standorte freigegeben. Damit sollen neue Unterkünfte geschaffen und gerecht auf die einzelnen Bezirke verteilt werden. Für viele Politiker kann dies zum Balanceakt werden. Humanitäre Gerechtigkeit ist die eine Seite, den Interessen seiner Bürger gerecht zu werden, die andere.

Da spielen die bevorstehenden Wahlen sicher schon eine große Rolle. Negative Ausrutscher gibt es bereits: So hat es zum Beispiel ausgerechnet der für die Asylbewerber zuständige Sozialsenator, Mario Czaja (CDU), geschafft, keine einzige Flüchtlingsunterkunft in seinem Wahlkreis in Marzahn-Hellersdorf zu integrieren. Bei aller Rücksicht auf die Wähler, eines darf nicht passieren: Flüchtlinge dürfen auf keinen Fall zum politischen Spielball im Wahlkampf werden.

Stefan Bartylla