Wo alte Papiere lebendig werden

Kultur: Das Bundesarchiv in Lichterfelde lädt zum Tag der offenen Tür und bietet ein buntes Programm.

Mit einem abwechslungsreichen Programm lockt der Bundesarchiv-Standort in der Finckelsteinallee 63 in Lichterfelde am 5. März zum Tag der offenen Tür. Unter dem Motto „Mobilität im Wandel“ gibt es dann von 10 bis 16 Uhr spannende Einblicke in die Welt alter Dokumente – und den Geschichten, die sie erzählen.

Sütterlin entziffern

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Der sensationelle Start des ersten Raketenwagens.

Während sich die Kleinsten bei einer Kinderbetreuung amüsieren können, dürfen die Erwachsenen dabei etwa den eindrucksvollen Erlebnisberichten zum Thema „Vertreibung“ lauschen. Auch mit Filmvorführungen und Vorträgen wollen die Veranstalter ihren alten Papieren Leben einhauchen, von denen einige Besonderheiten auch direkt in Augenschein genommen werden können: So gibt es etwa alte Karten verschiedener Berliner Flughäfen oder eine Ausstellung zu Comics in der DDR zu sehen. Und in einem Workshop können Interessierte an alten Handschriften lernen, wie man die Sütterlin-Schrift entziffert, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts allgemein genutzt wurde.

„Wir wollen besonders auch diejenigen Personen anzusprechen, die noch nie in einem Archiv gewesen sind und sich schon immer gefragt haben, was überhaupt ein Archiv im Vergleich zu einem Museum oder Ähnlichem ist“, sagt Karsten Christian vom Bundesarchiv. Nachdem die Resonanz beim letzten Tag der Archive vor zwei Jahren äußerst positiv gewesen sei, habe man sich für eine erneute Beteiligung in diesem Jahr entschieden.

Familien erforschen

Neben den Beständen – in Berlin lagern seit 1995 Dokumente zum Deutschen Reich und zur DDR und ihren Organisationen – steht dabei auch das Gebäude selbst im Zentrum. In Führungen können die Besucher erfahren, wie aus der ehemaligen Preußischen Kadettenanstalt der heutige Archivstandort mit seinen ungefähr 150 Leseplätzen wurde. Mit seinem Tag der offenen Tür lädt das Bundesarchiv dabei durchaus zum Wiederkommen ein: So gibt es am 5. März nicht nur eine ausführliche Beratung zum Thema Archivrecherchen, etwa in Sachen Familienforschung, sondern auch zu den Möglichkeiten der Ausbildung am Lichterfelder Standort.

Philip Aubreville / Bilder: Bundesarchiv