Wovon junge Blattmacher träumen

Wettbewerb: Schülerzeitung MONA holt Extrapreis für Flucht und Asyl.

Weltweit sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht – das besagen die Statistiken des UN-Flüchltlingshilfswerkes UNHCR. Immer mehr von ihnen suchen und finden eine neue Heimat in Neukölln. Es gibt also viele gute Gründe für die Schülerzeitung MONA, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Jetzt hat das Blatt, das von Schülern am Leonardo-da Vinci-Gymnasium erstellt wird, beim berlinweiten Schülerzeitungswettbewerb den Extrapreis für Flucht und Asyl gewonnen: „Die Ausgabe, mit der wir uns beworben haben, behandelt nicht nur den Schwerpunkt Flüchtlinge, sondern auch Flucht im Alltag“, erzählt Redakteur Jonathan Palm. Die Ausgabe zum Thema Flucht sei ein politisches Statement. „Wenn es das Titelthema anbietet, schreiben wir auch politische Artikel“, sagt Palm: „Aber als Schülerzeitung haben wir nicht den Fokus, dass wir unbedingt politische Themen erwähnen müssen.“

Neue Perspektiven

Aber das ist nur eines von vielen Themen. „Geflohen aus der Schule“ – unter dieser Überschrift befasst sich ein Text mit der Frage, was man nach der Schule macht, oder auch wie man aus der Schule flieht. Wie ein Aupair-Jahr zum Beispiel ganz neue Perspektiven bietet, oder den Blickwinkel erweitert. „Dafür hatte ich eine sehr gute Freundin interviewt, die auch auf der Schule war“, erzählt Pascal Bose. Der Zwölftklässler spielt mit der Idee, Journalist zu werden, denn schreiben und recherchieren macht Spaß. „Aber es ist nicht mein Traumberuf, eigentlich möchte ich Audiodesigner werden und in die Musikproduktion gehen.“ Er hat die Schülerzeitung vor zweieinhalb Jahren mit zwei Freundinnen gegründet. Nachdem sie Abitur gemacht hatten, übernahm er die Chefredaktion. Die Zeitung finanziert sich durch Werbung und Verkauf: Schüler zahlen 2,50 Euro, für Lehrer sind es vier Euro.

Nachfolge geregelt

Die nächste Ausgabe hat das Thema Traum: „Wir werden allgemein über das Träumen von der Zukunft schreiben“, sagt Jakob Hafke. Er plant einen Beitrag zum Thema Schlafparalyse. Ein anderer soll ein Bild von Berlin in der Zukunft zeichnen. Hafke wird die MONA weiterführen, wenn seine beiden Redaktionskollegen Abitur gemacht haben.

Für die Ausgabe über Flucht und Vertreibung hat Jacob Hafke eine Karikatur gezeichnet, und es soll auch für die nächste Ausgabe eine Karikatur von ihm geben. „Es wird sich darum drehen, was schneller fertig ist: Entweder der Flughafen BER in Schönefeld oder das neue Schulgebäude des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums“, sagt er.

Weitere Informationen unter:
www.leonardo-da-vinci-gymnasium.de

Text und Bild: Anne-Lydia Mühle