Netzwerk gegen häusliche Gewalt gegründet

Soziales: Polizei nahm 2014 über 1.000 Fälle allein in Spandau auf.

Die erschreckenden Fälle von häuslicher Gewalt, denen auch viele Spandauer Frauen und Kinder ausgesetzt sind, haben das Bezirksamt gemeinsam mit dem Verein Eulalia Eigensinn motiviert, die Bemühungen zum Schutz der Betroffenen zu verstärken. Trotz aller bisherigen Maßnahmen, öffentlichen Kampagnen und gesetzlichen Regelungen ist immer noch jede vierte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens von häuslicher Gewalt betroffen. Die Berliner Polizei nahm 2014 über 1.000 Fälle von häuslicher Gewalt allein in Spandau auf.

Öffentlichkeit aufklären

Bereits jetzt arbeiten viele Stellen, Institutionen und Experten in Spandau mit großem Einsatz und Sachverstand an der Verbesserung der Situation der betroffenen Frauen und Kinder. Nun wurde auf Initiative des Bezirksstadtrates Frank Bewig, der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Annukka Ahonen und Franziska Milata von Eulalia Eigensinn das Spandauer Netzwerk gegen häusliche Gewalt gegründet. Es hat sich zum Ziel gesetzt, einerseits im Bezirk tätige Fachkräfte beim Thema häusliche Gewalt zu unterstützen und andererseits eine möglichst breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren und auf Hilfs- und Beratungsangebote aufmerksam zu machen. Eine erste Maßnahme hat das Bezirksamt bereits ergriffen. Ende vergangenen Jahres wurde der Treffpunkt für Frauen von Eulalia Eigensinn, Lutherstraße 13, als Anlaufstelle für Fälle häuslicher Gewalt, finanziell gestärkt. Dafür hat der Bezirksstadtrat Frank Bewig dem Verein zusätzliche Personalmittel zur Verfügung gestellt.

Vereinte Hilfe

„Mit der Gründung des Netzwerkes und mit der Stärkung der Anlaufstelle bei Eulalia Eigensinn möchten wir allen Spandauerinnen, die von Gewalt betroffen sind, vereinte Hilfe anbieten“, erklärt Frank Bewig. „Die Arbeit der Experten wird weiterhin den Kern der Aktivitäten gegen häusliche Gewalt bilden. Das Netzwerk soll diese Arbeit bekannter und leichter erreichbar machen. Jeder Netzwerkpartner soll im Falle des Kontakts zu Betroffenen proaktiv auf Fachkräfte verweisen können“, so der Bezirksstadtrat.

red / Bild: BA Spandau