So schön wird die Rudower Bibliothek

Bildung: Im Ortskern entsteht ein Neubau für 1,8 Millionen Euro.

Der Ortskern von Rudow wird in der nächsten Zeit eine riesige Baustelle: Die Seniorenfreizeitstätte auf dem Grundstück Alt-Rudow 45 soll abgerissen und durch den Neubau einer modernen, zeitgemäßen Bibliothek ersetzt werden. Für die Senioren ist ebenfalls ein Neubau geplant. Er soll auf dem Gelände der Alten Dorfschule und dem angrenzenden Grundstück des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes an der Neuköllner Straße 333 entstehen.

Zentrale Lage

Mit dem Bau der Bibliothek wird noch in diesem Jahr begonnen. „Die Einschränkungen durch die baulichen Maßnahmen werden so gering wie möglich ausfallen“, verspricht Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). „Die Busse sollen planmäßig weiterfahren und wir versuchen auch, die Parksituation entspannt zu gestalten.“ Das ganze wird aber ein teurer Spaß. Da der Neubau der Clay-Schule, in der die Bibliothek bisher untergebracht war, zehn Millionen Euro teurer wird, muss der Bezirk die Kosten für die Bibliothek aus eigenen Mitteln finanzieren.

Das musste der Architekt Wieland Vajen natürlich in seinen Planungen berücksichtigen. „Sparsamer geht es eigentlich nicht mehr“, sagt er. Das neue Haus soll 1,8 Millionen Euro kosten, da bleibt kein Platz für Spielereien. Das schlichte dreigeschossige Gebäude mit der roten Klinkerfassade wird eine Nutzfläche von 570 Quadratmetern haben. „Unser neues Haus soll die angenehme Atmosphäre eines zweiten Wohnzimmers bieten und es wird ein aktuelles, vielfältiges Medienangebot geben“, sagt Susann Schaller, die die Bibliothek seit 2013 leitet. Das gesamte Personal soll mit zum neuen Standort umziehen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen wird auch weiterhin zum Kerngeschäft gehören. Und ganz wichtig: Alles soll barrierefrei zugänglich sein. Am meisten freut sich Susann Schaller über die zentrale Lage: „Die ist unbezahlbar“, sagt sie. Deshalb rechnet die Chefin in Zukunft auch mit mehr Besuchern. Vier- bis sechstausend pro Monat hält sie für realistisch. Bisher waren es rund 40.000 im Jahr.

Bäume bleiben

Es wird weiterhin den alten Kaffeeautomaten und einen Lesegarten geben. Die technische Ausstattung wird verbessert und eine Medienrückgabe außerhalb der Öffnungszeiten möglich sein. Im ersten Stock stehen die Bücher in Regalen, aufgeteilt in Belletristik und Sachliteratur. Im Dachgeschoss wird eine Kinder- und Jugendabteilung mit audiovisuellen Medien untergebracht. Geplant sind außerdem mehr Computerarbeitsplätze, moderne Präsentationsflächen, ein Beamer und eine Leinwand. Die Bibliothek wird Fahrradstellplätze, große Fenster, drei Stockwerke und einen Fahrstuhl haben. Der alte Baumbestand soll erhalten bleiben.

Anne-Lydia Mühle / Bild: Wieland Vajen