Bürokratie als Jobkiller

Neueinstellungen: Gesetzgebung muss einfacher werden.

Die bürokratischen Hürden im Personalbereich sind so hoch, dass sie 37 Prozent der Unternehmer wesentlich daran hindern, neue Mitarbeiter einzustellen. Das belegt eine aktuelle Studie des Software-Herstellers Sage. Im April 2015 hatte TNS Emnid dafür 400 Geschäftsführer und Entscheider von Unternehmen mit 1 bis 499 Mitarbeitern befragt. Wissenschaftlich begleitet wurde die Untersuchung vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Die Studie zeigt insgesamt: Der Personalbereich ist besonders stark von der Bürokratie belastet.

„Wenn rund jeder dritte Unternehmer angibt, dass er sich durch Bürokratie und staatliche Regulierung an der Einstellung neuer Mitarbeiter gehindert fühle, dann ist die deutsche Gesetzgebung ein wahrer Jobkiller“, kommentiert Andreas Lechner, Mitglied der Geschäftsführung der Sage Software GmbH, das Ergebnis. Neben der allgemeinen Bürokratiebelastung, die von fast allen Befragten (92 Prozent) als „hoch“ oder „sehr hoch“ bewertet wurde, ermittelte die Studie auch die Bürokratiebelastung in einzelnen Rechtsbereichen. Nach Ansicht der Geschäftsführer und Entscheider sind die Bereiche Steuern (88 Prozent), Sozialversicherung/-abgaben (80 Prozent) und Arbeitsschutz/-sicherheit (78 Prozent) am häufigsten mit bürokratischen Belastungen verbunden.

Bürokratie ist ein Jobkiller

„Es ist alarmierend, dass die Hürden für Unternehmer anscheinend so groß geworden sind, dass viele von ihnen abgeschreckt werden, neues Personal einzustellen. Der Mindestlohn hat diesen Trend noch verschärft. Es besteht meiner Meinung nach dringender Handlungsbedarf“, fasst Andreas Lechner die Ergebnisse zusammen. Die Studie „Bürokratie im deutschen Mittelstand“ ist nur eine Maßnahme gegen die Bürokratiemonster in Deutschland. Ein Online-Bürokratie-Check, Ratgeber, der Bürokratiemonster-Wettbewerb und das eigens entwickelte Online-Spiel machen auf das Thema aufmerksam.

akz-o / Bild: Sage/akz-o