Risiko nicht mehr tragbar

Handball: Füchse-Frauen ziehen sich aus Bundesliga zurück.

Die Zeit, da die Füchse Berlin bei Frauen und Männern in der Handball-Bundesliga spielen, geht zu Ende. Aus finanziellen Gründen müssen sich die „Spreefüxxe“ genannten Damen zur neuen Saison aus der 1. Liga zurückziehen. „Wir haben keinen Lizenzantrag für die nächste Saison gestellt, denn in der laufenden Saison mussten wir den temporären Ausfall von Sponsoren für die Frauen zwischenfinanzieren. Da auch wir ja nach wie vor ohne Trikotsponsor spielen, kann die Füchse Berlin Handball GmbH das Risiko nicht mehr tragen“, so Geschäftsführer Bob Hanning.

Knappe Mittel

Zwar wurden für die nächste Saison zusätzliche Sponsorengelder generiert, doch das reicht nicht aus, um das Thema Bundesliga zu finanzieren. Zum einen fehlen Zuschauereinnahmen, denn anders als in Buxtehude, können die Füchse-Frauen nicht mit über tausend zahlenden Besuchern pro Heimspiel in der Charlottenburger Sömmeringhalle rechnen. Ein weiterer Grund für die Situation sei das fehlende mediale Interesse. Daneben müssen die Füchse-Frauen auch einen personellen Aderlass verkraften. Durch den Abgang von Frida Tegstedt und Daniela Gustin und dem Karriereende von sieben weiteren Spielerinnen müssten neue Verträge abgeschlossen werden, die einen höheren Etat erfordern. Auch die angespannte Hallensituation in Berlin und die damit verbundenen späten Trainingszeiten, haben es – gerade für die berufstätigen Spielerinnen – zu einer immer größeren Belastung gemacht, Job und Handball miteinander zu vereinen. Ihre angestammte Trainingsstätte mussten die Füchsinnen räumen, seitdem das Horst-Korber-Sportzentrum am Olympiastadion als Flüchtlingsunterkunft benötigt wird. Gegenwärtig wird in der Sömmeringhalle, im Velodrom in Prenzlauer Berg sowie im Olympiastützpunkt in Hohenschönhausen trainiert. „Die Qualität der aktuellen Spielerinnen, die alle gerne in Berlin leben und hier verwurzelt sind und deshalb zu nicht marktgerechten Konditionen für uns spielen, können wir nur durch die Verpflichtung von viel teureren Spielerinnen ersetzen und durch einen sehr viel größeren Etat ausgleichen, darin liegt unser Hauptproblem“, erklärt Managerin Britta Lorenz, die den Frauenbereich verantwortet.

Abschiedsspiel

„Wir sind unendlich traurig über das Ende. Wir werden in der nächsten Woche zusammen mit den Sponsoren und den verbleibenden Spielerinnen entscheiden, ob wir für die 3. Liga melden. Damit verbunden wäre ein integriertes Jugendkonzept, um einen guten Unterbau sicherzustellen“, so Lorenz weiter. Die Spreefüxxe spielten seit der Saison 2012/2013 in der 2. Handball-Bundesliga. Am 1. Mai 2014 sicherten sie sich bereits drei Spieltage vor Saisonende vorzeitig den Aufstieg in die 1. Liga. In der laufenden Saison stehen die Berlinerinnen auf dem 9. Tabellenplatz. „Diese Saison werden wir ordentlich und mit großem Engagement zu Ende spielen. Schließlich beenden viele Spielerinnen Ihre Karriere und wünschen sich einen gelungenen Abschied“, sagt Trainer Lars Melzer. Vor allem in den verbleibenden drei Heimspielen in der ersten Bundesliga: am 9. April, um 19.30 Uhr gegen HSG Blomberg-Lippe, am 24. April, um 15 Uhr gegen FRISCH AUF Göppingen sowie am 14. Mai, um 18 Uhr gegen den Buxtehuder SV.

red/mh / Bild: imago / Beautiful Sports