Bündnis unter Nachbarn

Kreuzberg: Neues Netzwerk kämpft für lebenswerten Nordosten.

Der Nordosten Kreuzbergs hat viele Probleme, wie das jüngste Monitoring Soziale Stadtentwicklung mal wieder gezeigt hat: Die Arbeitslosigkeit liegt rund um die Ritterstraße deutlich über dem Berliner Durchschnitt, die Kinderarmut ist so hoch wie in keinem anderen Gebiet im Bezirk. Das Quartier hat aber auch viel Potenzial, was nicht zuletzt zahlreiche Unternehmensansiedlungen der letzten Zeit, aber auch das langjährige Engagement verschiedener sozialer Initiativen zeigt. Diese Chancen will das „Kiez-Netzwerk Kreuzberg – Gemeinsam für einen starken Kiez“, das jetzt ins Leben gerufen wurde, in greifbare Erfolge für die Menschen zwischen Wassertorplatz und Moritzplatz ummünzen. Am Ende soll ein lebenswerter, vom breiten Bürgerengagement getragener Kiez stehen. Die drei Initiatoren, das MehrGenerationenHaus Wassertor 48 e.V., die idealo internet GmbH und der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin, haben jetzt mit einer Kooperationsvereinbarung den Grundstein für das Nachbarschafts-Netzwerk gelegt.

Soziale Nachbarschaft

Dessen Ziel ist es, eine Plattform für ansässige Gewerbetreibende und gemeinnützige Organisationen zu schaffen, die sich nach dem Motto „Gemeinsam für einen starken Kiez“ für eine soziale Nachbarschaft rund um den Wassertorplatz und die Ritterstraße engagieren. Ob Mitarbeiter-Zeit, Raum oder andere Ressourcen – jede Organisation hat etwas anzubieten und wiederum bestimmte Bedürfnisse. Es soll eine offene Gemeinschaft für Ideen und Kooperationen, die den Menschen im Kiez zugutekommen und das Quartier lebens- und liebenswerter gestalten, entstehen. Die Initiatoren arbeiten eng zusammen, um die unterschiedlichen Akteure im Kiez zu aktivieren und die Nachhaltigkeit des Netzwerks zu sichern. Senat und Bezirk begrüßen die Initiative.

Von unten

„Diese Zusammenarbeit kommt von unten und wurde nicht innerhalb der Verwaltung angebahnt, das ist außergewöhnlich“, so Ralf Hirsch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Die Behörde finanziert die mit einer Mitarbeiterin besetzte Koordinierungsstelle beim MehrGenerationenHaus Wassertor 48 e.V. „Dessen Arbeit wollen wir auf die Straße bringen und so den Kiez beleben“, umschrieb idealo-Geschäftsführer Albrecht von Sonntag eines der Anliegen. Konkrete Einzelvorhaben für ein schönes Ambiente hat er auch: „Nach dem Vorbild des Wrangelkiezes könnte man zum Beispiel Bänke an den Bäumen anbringen.“ Für den Freiwilligen-Tag im September bereitet das Netzwerk bereits einige Aktionen zum Mitmachen vor.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.mgh-wassertor.de

Nils Michaelis / Bild:Jet-Foto Kranert