Schnelle Flitzer auf der Parademeile

Veranstaltung: Karl-Marx-Allee wird Rennstrecke der Formel E / Zehn Teams gehen an den Start.

„Im Herzen von Berlin zu fahren, ist wie ein Traum, der wahr wird“, sagt der deutsche Formel E-Pilot Daniel Abt und meint den Grand Prix-Lauf am 21. Mai rings um den Strausberger Platz. „Ich kann versichern, dass sich jeder, der in der Serie engagiert ist, um ein fantastisches Event bemühen wird. Berlin bedeutet uns viel“, erklärte denn auch der Chef dieser Rennserie, Alejandro Agag. Wohl wissend, dass es nicht ganz einfach war, die Verantwortlichen in dieser Stadt davon zu überzeugen, den zweiten Ausflug dieser Rennserie nach Berlin mitten im östlichen Stadtzentrum stattfinden zu lassen. Nachdem die Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof als Notunterkünfte für Flüchtlinge rekrutiert worden waren, war klar, dass die Elektroboliden in diesem Jahr nicht auf dem Tempelhofer Feld um die Wette fahren würden.

Direkter Einfluss

Jetzt also Karl-Marx-Allee und Strausberger Platz: Insgesamt treten bei der Formel E zehn Teams mit jeweils zwei Fahrern und vier Autos gegeneinander an. Die Fahrer selbst haben dabei meist Formel-1-Erfahrung. Zu ihren bekanntesten Namen zählen Nick Heidfeld, Nicolas Prost, Nelson Piquet, Bruno Senna, Lucas di Grassi und Daniel Abt. Die Punktvergabe erfolgt dabei ganz im Stile der Formel 1, wobei zusätzliche drei Punkte für die Pole-Position und zwei Punkte für die am schnellsten gefahrene Runde vergeben werden – was zu bedingungslosen Tempo-Kämpfen nicht nur während des Rennens selbst, sondern bereits beim Qualifying führt. Hier gilt: Wer bremst, verliert. Das Reglement setzt die Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge auf 225 Kilometer pro Stunde fest. Zudem ist die Lebensdauer der Motoren auf 25 Minuten Batterielaufzeit beschränkt, weshalb die Fahrer in der zweiten Rennhälfte auf einen weiteren, vorbereiteten Wagen umsteigen müssen – dabei kommt es wie beim Reifenwechsel in der Formel 1 auf jede Sekunde an! Eines der einmaligen Elemente der Formel E ist schließlich der direkte Einfluss der Fans auf das Rennen durch den sogenannten „FanBoost“. Im Internet können Zuschauer vor jedem Rennen über den beliebtesten Formel-E-Fahrer abstimmen. Die drei Fahrer mit den meisten Stimmen werden vor dem Start bekanntgegeben und erhalten für das Rennen fünf Sekunden lang 50 zusätzliche PS.

Interaktiver Motorsport

Damit präsentiert sich die Formel E sowohl als Vorreiter modernster Technik im sportlichen Wettkampf, als auch auf dem Gebiet der publikumsnahen Unterhaltung. Und so wird gefahren: Am Vormittag (ab 8.15 Uhr) finden die beiden freien Trainings statt, damit die Fahrer den ihnen völlig unbekannten Kurs kennenlernen können. Ab 12 Uhr gibt es vier Qualifikationsrennen, ab 12.45 Uhr wird die Superpool-Position ausgefahren. Um 16 Uhr beginnt das eigentliche Rennen, für 17 Uhr ist die Siegerehrung angesetzt.

Mehr Infos zur Veranstaltung und zu den Tickets (ab 18 Euro) finden Sie unter:
www.ticketmaster.de

Ulf Teichert / Bild: formula e