Spannender Aus-Flug in die Vergangenheit

Kultur: Am 22. Mai ist Internationaler Museumstag. Bundesweit öffnen 6.500 Häuser ihre Tore und zeigen Schätze.

Bereits zum 39. Mal feiert der Aktionstag die thematische Vielfalt der Museen. Unter dem Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ steht in diesem Jahr die Vernetzung der Museen in ihrem (kulturellen) Umfeld im Mittelpunkt. Denn Museen enden nicht an ihren Mauern oder Zäunen, sondern sie überschreiten Grenzen – zu anderen Kultursparten, zur Umwelt, zum Umfeld, zur Region, zu anderen Ländern und nicht zuletzt zu den Medien. In Berlin sind diesmal rund 50 Museen mit über 100 Aktionen dabei. Viele von ihnen öffnen Türen, die sonst verschlossen sind, oder nehmen ihre Besucher mit auf außergewöhnlichen Führungen.

Durch die Geschichte

CR_LVS_Titel3_20_FlugVon 13 bis 14 Uhr können bei der Führung „Innenansichten des Kalten Krieges“ die Großobjekte des AlliiertenMuseums, Clayallee 135, betrachtet werden. Ein britischer „Rosinenbomber“, ein Stück Berliner Mauer samt Wachturm, das Wachhäuschen vom Checkpoint Charlie oder der Speisewagen des französischen Militärzuges sind auf dem Außengelände des Museums zu sehen und werden bei der Führung näher erläutert. Zahlreiche Objekte, Fotos und Dokumente erzählen die wechselvolle Geschichte vom Sieg der Alliierten über das nationalsozialistische Deutschland 1945 bis zum Abzug der Streitkräfte 1994. Von 15 bis 16 Uhr findet die Familienführung „Von Schokoladenfliegern und Spionen“ statt. Kinder, Eltern und Großeltern gehen auf Entdeckungsreise. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte der Berliner Luftbrücke und die Besichtigung des Luftbrückenflugzeugs. Auch das Deutsche Blindenmuseum ist bei freiem Eintritt geöffnet. In der Ausstellung „Sechs Richtige – Louis Braille und die Blindenschrift“ können Besucher Blindenschrift schreiben und gemeinsam mit blinden Menschen lesen. Das Museum in der Rothenburgstraße 14 ist am Museumstag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Das Museumsdorf Düppel nimmt ebenfalls am Aktionstag teil. Gezeigt wird ein mittelalterliches Dorf, umgeben von landwirtschaftlichen Nutzflächen und einer Landschaft, wie sie vor etwa 800 Jahren tatsächlich ausgesehen haben könnte. Auf einer Fläche von etwa 8 Hektar wurden die mittelalterlichen Häuser anhand archäologischer Funde und historischer Quellen wieder aufgebaut. Alltägliche Handwerke und die Landwirtschaft wurden nach zeitgenössischen Quellen rekonstruiert. Kinder können sich über die zahlreichen Tiere freuen.

Mitmachen und Erleben

Das Museum Europäischer Kulturen veranstaltet einen Workshop zum Thema „Was bedeutet Alter?“. Dabei sollen Kinder und Großeltern ins Gespräch kommen. Ausgangspunkt dieses Dialoges der Generationen sind Fotografien von Menschen der „Generation fünfundsechzig plus“. Das Zusammentreffen der verschiedenen Generationen wird gemeinsam fotografisch festgehalten. Der Workshop richtet sich an Kinder und deren Großeltern. Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland nehmem von 10 bis 18 Uhr am Internationalen Museumstag teil mit dem Ordenshaus in Berlin. Das ansonsten für die Öffentlichkeit unzugängliche Ordenshaus der Großen Landesloge der Freimaurer in Berlin-Dahlem lädt am Museumstag zu Vorträgen mit Informationen über die seit 1770 bestehende Bruderschaft ein. Die Ausstellung „Karl Schmidt-Rottluff. Bild und Selbstbild“ kann im Brücke Museum, Bussardsteig 9, von 12 bis 15 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

MJE / Bild: AlliiertenMuseum/Chodan