Krieger zieht es nach Lichtenberg

Neubau: 75 Millionen will der Möbelhauskönig an der Landsberger investieren.

„Bereits vor 25 Jahren waren wir an dem Grundstück dran. Damals ist uns ein anderer Investor zuvor gekommen und wir haben daraufhin unser Engagement auf eine andere Fläche im heutigen Marzahn-Hellersdorf konzentriert“, berichtet Kurt Krieger von der langen Geschichte, die sein Unternehmen mit den Nachbargrundstücken zur Lichtenberger IKEA-Filiale verbindet. Vor einem Vierteljahr war es endlich soweit – die gesamte Fläche mit den Hausnummern Landsberger Allee 358 bis 362 gehört nun ihm. “Die Bagger stehen schon bereit, die alten Ruinen werden für die neuen Gebäude weichen müssen“, erklärt Krieger, dem die Möbelketten Höffner, Sconto und Möbel Kraft gehören. Kurt Krieger ist an diesem Tag auf der ersten öffentlichen Bürgerversammlung zum Baugenehmigungsverfahren. „Muss es denn wirklich noch ein Möbelmarkt sein? Die Nahversorgung ist doch eh´ nicht optimal hier in der Nachbarschaft“, so die Frage und Feststellung einer Nachbarin aus der gegenüberliegenden Siedlung in der Landsberger Allee. „Berlin hat tatsächlich bereits genügend Möbelhäuser“, räumt Krieger ein, führt aber aus, „wir sind ein traditionsreiches Familienunternehmen. Mein Großvater hat mit einer Tischlerei in Moabit die heutige Firma gegründet, mein Vater und später ich haben die Geschicke dann weiter geführt. Jetzt soll bald meine Tochter alles übernehmen“, erläutert er und schließt: „Ihr möchte ich jetzt hier im Osten Berlins keine zu große Hypothek hinterlassen.“ Der jetzige Standort an der Märkischen Spitze in Marzahn sei nicht optimal. Gleich zwei S-Bahn-Stränge führen an den Hallen vorbei und verwehren die optimale Zufahrt. An der Landsberger Allee habe man hingegen eine Frequenz von bis zu 60.000 PKW täglich quasi vor der Tür. Krieger will hier nun ein Höffner-Einrichtungshaus mit rund 50.000 Quadratmetern und einen Sconto-Möbelmarkt mit etwa 7.000 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Der Globus Bau- und Gartenmarkt mit noch einmal 17.000 Quadratmetern soll auch erhalten bleiben. „70 bis 75 Millionen Euro“ will er nach eigenen Angaben in das neue Projekt investieren, das nach Schätzungen von Baustadtrat Wilfried Nünthel (CDU) 2017 mit den ersten Bauarbeiten auf dem Gelände gestartet werden könnte – wenn alles optimal im Planverfahren läuft.

Entscheidung vertagt

Für die Häuser auf Kriegers Gelände an der Marzahner Spitze gibt es bislang keine konkreten Pläne. „Das muss die Zukunft zeigen“, erläutert der Investor, dessen persönliches Vermögen laut Forbes Liste rund 700 Millionen Euro beträgt. Von einer Aufweichung der Flächennutzungspläne zugunsten einer möglichen Mischnutzung hält der Möbelhaus-König im Übrigen wenig. „Es ist tatsächlich ganz gut, dass die Stadt die Maßstäbe vorgibt und nur Fachmärkte an dieser Stelle zulässt“, so Krieger und führt aus, „eine Einzelhandelsergänzung ist an dieser Stelle sicherlich sinnvoll. Der Bezirk ist aber schließlich Taktgeber und muss die Frage beantworten müssen, ob neben dem Möbelfritzen noch ein anderes Angebot sinnvoll ist“, so Krieger.

Text & Bild: Stefan Bartylla