Stadträte fordern mehr Geld für Kitas

Beim Eigenbetrieb Südost fehlen wegen Personalnot 500 Betreuungsplätze.

Sanierungsstau und Personalnot: Die Jugendstadträte von Treptow-Köpenick und Neukölln, Michael Grunst (Die Linke) und Falko Liecke (CDU), fordern mehr Unterstützung für Kitas der Berliner Eigenbetriebe. Beim Kitaeigenbetrieb Südost, der als kommunaler Kitaträger für beide Bezirke zuständig ist, liegt der Sanierungsstau demnach bei 22 Millionen Euro. 70 Stellen sind unbesetzt. 500 Kitaplätze stehen nicht zur Verfügung. Gleichzeitig fehlen in Neukölln bis Ende 2017 2.136 Plätze, 2.000 sind es in Treptow-Köpenick.

Nachteil Bezahlung

Fällige Sanierungsarbeiten umfassen kleine Reparaturen wie die Erneuerung von Garderoben bis zur Instandsetzung ganzer Sanitäranlagen. Teilweise seien auch sicherheitsrelevante Bereiche wie die Sicherung von Terrassen oder der Brandschutz betroffen. „Das Land Berlin muss schnellstmöglich die erforderlichen Mittel bereit stellen, um die Berliner Kitas zu sanieren“, so Grunst und Liecke. Im Wettbewerb um Fachkräfte habe der Kitaeigenbetrieb aufgrund des Tarifrechtes oft das Nachsehen. Beschäftigte des Trikotagenbetriebes sollten schon zu Beginn der Beschäftigung eine Zulage bekommen. Das Land Berlin solle sich gleichzeitig für eine spürbare tarifvertragliche Anhebung der Entgelte einsetzen. Um die Zahl der Auszubildenden zu erhöhen, fordern die Stadträte ein eigenes Ausbildungsinstitut für Erzieherinnen und Erzieher. Dazu sollen sich alle Berliner Kitaeigenbetriebe zusammenschließen. Auszubildende sollen schon zu Beginn der Ausbildung eine Übernahmegarantie erhalten. In Treptow-Köpenick gibt es derzeit 11.700 Kitaplätze. Davon entfallen rund 2.400 auf den Eigenbetrieb. 44 Kitas mit 5.000 Kindern betreibt dieser in beiden Bezirken.

Beim Thema Sanierung verweist der Senat auf die Zuständigkeit der Bezirke, die meisten Kitastandorte würden sich in deren Besitz befinden. Zur Steigerung der Attraktivität der Erzieherausbildung hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) den Wegfall des Schulgeldes an den Fachschulen in freier Trägerschaft zum Schuljahr 2016/17 erwirkt. Ferner wird ein neues Oberstufenzentrum für die Erzieherausbildung geschaffen. Um den Quereinstieg auch für die Kitas attraktiver zu gestalten, finanziert das Land den Einrichtungen im ersten Ausbildungsjahr der Quereinsteigenden zwei Entlastungsstunden für deren fachliche Anleitung. „Der Eigenbetrieb Südost wird seiner Mitverantwortung für die Ausbildung von Fachkräften unzureichend gerecht, indem er bereits bestehenden Möglichkeiten zur Ausbildung von Quereinsteigenden nicht mal ansatzweise ausnutzt“, so ein Sprecher. Das Steigerungspotenzial liege bei mindestens 75 Prozent.

Nils Michaelis, Bild: Thinkstockphotos/Goodshot/Jupiterimages