Neue Hoffnung für den Bierpinsel

Architektur:  Nach langem Leerstand hoffen Eigentümer auf baldige Sanierung.

Seit Jahren steht der als „Bierpinsel“ bekannt gewordene Schlossturm in Steglitz leer – trotz gelegentlicher Ankündigungen einer Wiedereröffnung passierte außer vereinzelten Kunstaktionen hier lange Zeit nichts. Das soll sich nun ändern: Die Eigentümerfirma verhandelt bereits mit Gastronomen – und hofft auf den Beginn von Sanierungsarbeiten noch in diesem Jahr.

Planungen laufen

Einer, der fest an einen Neuanfang im Bierpinsel glaubt, ist der Berliner Investor Axel Bering. Er vermarktet gerade erfolgreich eine Feriensiedlung in Binz auf Rügen und arbeitet unter anderem auch für die „Schlossturm GmbH“. Bering, der neben einer eigenen Immobilienfirma auch Projekte wie die Ausstellung „Story of Berlin“ leitet, ist überzeugt: Im futuristischen Bauwerk an der Schloßstraße wird demnächst wieder das Licht angehen. „Ein Architekt ermittelt gerade, was saniert werden muss und wir hoffen, noch dieses Jahr mit den Arbeiten beginnen zu können“, sagt der Investor. Man verhandele bereits mit möglichen Nutzern.

Wenn alles glatt läuft, könnte man sogar schon im nächsten Jahr mit den notwendigen Arbeiten fertig sein. „Das hängt natürlich davon ab, ob wir eine Baugenehmigung bekommen“, schränkt Bering ein und verweist auf mögliche Probleme, die etwa eine für Umbauarbeiten notwendige Sperrung von Straßenverkehrsflächen mit sich bringen könnte. Einen Fragenkatalog der Architekten prüft derzeit das Bau- und Wohnaufsichtsamt des Bezirksstadtrates für Stadtentwicklung, Frank Mückisch (CDU). Sein Kollege, der für Immobilien und Verkehr zuständige Michael Karnetzki (SPD), sieht jedenfalls keine größeren Hürden für das Projekt. „Sicher muss uns für die erforderlichen Baumaßnahmen bei diesem exponierten Gebäude direkt über der Schloßstraße dann noch ein geeignetes Konzept für die Baustelleneinrichtung vorgelegt werden. Das ist aber lösbar“, meint Karnetzki, der von einem Baubeginn noch in diesem Jahr ausgeht und die Pläne der Eigentümerfirma begrüßt: „Damit würde endlich ein Schandfleck im Bezirk beseitigt werden. Der lange Leerstand und bauliche Verfall des Gebäudes muss endlich ein Ende haben.“ Ähnlich scheint man dies bei der Schlossturm GmbH zu sehen. Denn während noch unklar ist, ob das gesamte Gebäude an einen einzelnen Gastronomen vermietet wird, oder sich mehrere Anbieter auf den Etagen des „Bierpinsels“ verteilen, steht eines bereits fest: „Es soll auf jeden Fall etwas Spannendes sein, das nachhaltig da bleibt“, umreißt Axel Bering seine Vorstellung für die künftige Nutzung.

Philip Aubreville, Bild: Berliner Abendblatt