VHS ist hochmodern

Bildung: Immer mehr Angebote – verstaubtes Image war einmal.

1997 stand bei der Spandauer Volkshochschule das Thema Gesundheitsbildung ganz oben auf der Liste: Aerobic, Rudern oder Volleyball wurde pro Semester von rund 2.000 Spandauern genutzt. Die Krankenkassen mussten nämlich ihre eigenen und die bezuschussten Angebote einschränken und zogen die Aktiven zur Volkshochschule. Das Problem: Wegen der engen Räumlichkeiten in der Kirchgasse, in der sich die VHS damals befand, konnten die bewegungsreichen Kurse nur in 19 verschiedenen Turnhallen im Bezirk stattfinden. Fast 20 Jahre später, am 10. September 2016, eröffnete Stadtrat Gerhard Hanke die neue Volkshochschule in der Carl-Schurz-Straße 17, am ehemaligen Standort der Kaiserlichen Post. Sie bietet eine Vielfalt an Kursen und Dozenten, eine moderne Ausstattung mit Computern, Whiteboards, flexiblen Raumgrößen auf drei Etagen, barrierefrei und lichtdurchflutet – und das für 3,4 Millionen Euro.

Natürlich umfasst das Angebot immer noch Gesundheit, Ernährung, Bewegung, darüber hinaus sind aber auch Integrations- beziehungsweise Sprachkurse gefragt. Und das nicht nur für Ausländer oder Geflüchtete, die hier Deutsch lernen, sondern auch Fremdsprachen wie Englisch, Spanisch, Französisch werden unterrichtet. Rund 15.000 Spandauer nutzen die Angebote pro Jahr.

Mittlerweile hochmodern

„Die Volkshochschule hat zu Unrecht ein verstaubtes Image“, erklärte die damalige Ressortleiterin Manuela Hagemann in einem Artikel vom Berliner Abendblatt von 1997. Davon kann heute noch weniger die Rede sein als damals. Volkshochschulen sind mittlerweile hochmoderne Bildungseinrichtungen. Von Philosophie über Mathematik bis zum Projektmanagement für Führungskräfte – die VHS bietet über 1.000 Kurse und Veranstaltungen an: in den Bereichen Politik und Gesellschaft, Kultur und Gestalten, Gesundheit, Entspannung, Bewegung, Ernährung, Fremdsprachen, Deutsch und Integration, Berufliche Bildung, EDV und Grundbildung. Grundsätze wie die Orientierung an den Bedürfnissen und Interessen der Menschen im Einzugsbereich, unabhängig von Herkunft, Vorbildung, Alter, Geschlecht, Weltanschauung oder Religion gelten natürlich damals wie heute.

Anke Walter, Bild: BAB/Archiv