Industriestandort wird zum Wohnviertel

Bauen: Am-Spreebord-Kiez in greifbarer Nähe.

Endlich ist es so weit. Nach fast zwei Jahren konnten nun die vorläufigen Entwürfe für das künftige Stadtquartier „Am Spreebord“ auf der Mierendorffinsel vorgestellt werden. Unter der Leitung des WerkBundStadt Berlin arbeiteten 33 Architektenbüros aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und Italien fast zwei Jahre an dem Projekt. Eine baldige Umwandlung des fast drei Hektar großen ehemaligen Tanköllagers zwischen Quedlingburger Straße und Am Spreebord rückt damit in greifbare Nähe. Ein Industriestandort, der laut Pressemitteilung bald zu einem „gemischten Quartier zum Leben, Wohnen und
Arbeiten“ wird.

Entwurf gelobt

Baustadtrat Marc Schulte (SPD) hatte nicht von Anbeginn an eine solch gute Zusammenarbeit so vieler Architektenbüros geglaubt. Dieses angehende Wohnviertel ist somit „ein gutes Beispiel für das Finden gemeinsamer Lösungen“ und hat seinen Respekt. Für ihn kam hier alles zusammen, „was sich ein Baustadtrat wünscht“.

Zudem will der WerkBundStadt Berlin die vom „Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung“ vorgeschriebene Anzahl von 25 Prozent mietpreisgebundener Wohnungen um fünf Prozent erhöhen. Damit würden 380 der 1.250 Wohnungen auch für finanziell schwächere Mieter erschwingbar und damit eine soziale Vielfalt der fortan 2.500 Einwohner möglicher. Eine Gated Communitiy, ein abgeschlossenes und gut bewachtes Wohnquartier für Besserverdienende, wie z.B. im Prenzlauer Berg zu finden, würde es somit nicht geben. Auf Nachfrage bekundete Claudia Kromrei, die Vorsitzende des Berliner Werkbundes, allerdings, dass die Höhe der preisgebundenen Wohnungen vom Mietspiegel „nicht sehr abweicht.“ Aber das ist alles vorläufig, noch nicht festgelegt, „in Planung“. Auch, ob es vielleicht ein Genossenschaftsmodell wird, ist noch nicht entschieden. Derzeit wird nach Investoren gesucht.

Autor und Bild: Christina Praus