Wohnungen und Büros im Kaufhaus

Pläne für Kaufhof am Ostbahnhof und Karstadt am Hermannplatz vorgestellt.

Die Karstadt-Eigentümerin Signa steckt Milliarden in den Um- und Ausbau von Kaufhäusern in Deutschland. Auch in Friedrichshain und Kreuzberg.

Attraktiver Standort

In Friedrichshain will Signa das derzeit von Galeria Kaufhof genutzte Gebäude am Ostbahnhof umgestalten. Ziel sei eine „Einzelhandels-, Büro- und Wohnnutzung“. Auf einer Fläche von rund 31.900 Quadratmetern sind nach der „umfangreichen Kernsanierung“ mehr als fünf Meter hohe Bürolofts geplant. 5.900 Quadratmeter sind für Einzelhandelsflächen vorgesehen.Die Tiefgarage wird voraussichtlich über 200 Stellplätze verfügen. Als Nutzer hat Signa vor allem Nahversorger und Gastronomen im Visier. Das gesamte Ensemble firmiert unter dem Titel „attraktiver Business-Standort mit modernen Office- und Retailflächen“. Bereits vor Monaten war bekannt geworden, dass der Mietvertrag für Galeria Kaufhof nicht verlängert wurde. Mitte kommenden Jahres soll die Filiale, die seit Langem als Sorgenkind gilt, geschlossen werden. Das Gebäude wurde 1979 fertiggestellt. Offenbar ist Signa an einem langfristigen Engagement am Ostbahnhof interessiert. Dafür spricht die lange Liste der Standortvorteile, die das Unternehmen aufführt. „Auch in Zukunft wird die Lage aufgrund einer Vielzahl von realisierten und im Bau befindlichen Projekten, wie beispielsweise Mediaspree, eine der größten Entwicklungen in Berlins Historie, eine deutliche Aufwertung erfahren“, wird mitgeteilt.

Karstadt bleibt

Der Karstadt-Komplex am Hermannplatz soll zu einem großen, innerstädtischen Einkaufszentrum umgebaut werden, erklärte die Holding mit Sitz in Wien. Karstadt werde „zentraler Bestandteil dieses Developments“ sein. Das Objekt umfasst insgesamt drei miteinander verbundene Bauteile – das Warenhaus, ein Wohn- und Geschäftsgebäude sowie ein Parkhaus. Wohn- und Parkhaus werden rückgebaut und die Geschosshöhen des geschaffenen Neubaus „harmonisch“ an das bestehende Warenhaus angegliedert, so Signa. Das Bestandsgebäude wird, unter Erhalt der denkmalgeschützten Fassade, kernsaniert. Die Bestandsfläche wird im Rahmen der Entwicklungsphase um rund ein Drittel auf ungefähr 126.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche erhöht. Karstadt bleibe als Ankermieter bestehen. Darüber hinaus entstehen Wohnungen und Büros, ein Shopping-Center und ein Parkdeck im dritten Obergeschoss.Zum Zeitrahmen und zu den Kosten der Umgestaltung macht Signa keine Angaben.

Zurzeit seiner Errichtung im Jahr 1929 war das Warenhaus mit 72.000 Quadratmetern das größte Kaufhaus auf dem europäischen Kontinent. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile des Gebäudes zerstört und ab 1950 nach und nach wieder aufgebaut.

Nils Michaelis, Bild: Signa/Branislav Jesic