Die Kuppel glänzt wieder

Reichstag: Putzaktion im Herbst – das Glas wird dreimal im Jahr gereinigt.

Berliner und Berlin-Besucher, die sich in der vergangenen Woche (10. bis 14. Oktober) vorgenommen hatten, die Reichstagskuppel zu besichtigen, mussten ihr Vorhaben verschieben. Die Kuppel war gesperrt und wurde einer Komplettreinigung unterzogen. Das passiert dreimal im Jahr und ist eine ziemliche Mammut-Aktion. Für Betrachter strahlt sie einfach immer, Mitarbeiter und Glasreiniger wissen jedoch, wie viel Arbeit dafür nötig ist. Von innen ist die Kuppel längst wieder blitzeblank, die Außenseite war in den vergangenen Tagen dran.

Technische Hilfe

Für die Reinigung von innen sind eine ganze Woche lang täglich acht Glasreiniger in zwei Schichten beschäftigt. Außen wird zwei Wochen lang geputzt, allerdings mit weniger Manpower. Zwei Glasreiniger sind im Einsatz. Sie werden mit Sicherheitsgurten gesichert. Das ist auch nötig, denn die Putzkräfte befinden sich immerhin in einer Höhe von 47 Metern. Um das Glas zu reinigen, werden wie in jedem ganz normalen Haushalt zum Fensterputzen lediglich Wasser und Spülmittel verwendet, teilt Eva Haacke von der Pressestelle des Bundestags mit. Speziell und nicht sehr haushaltsüblich werde es dann allerdings mit sogenannten Haulotten. Das sind Hebebühnen, die sogar die Rampe befahren können. Sie werden im Innenbereich eingesetzt, sodass die Putzkräfte in der Höhe reinemachen können.

Außerdem wird für die Reinigung des Spiegelkonsus, der mit seinen 360 Spiegeln das Licht in den Plenarsaal lenkt, eine Gondel eingesetzt. Für die Außenreinigung kommt eine Masthubanlage zum Einsatz, die mit einem Bügel rund um die Kuppel gefahren werden kann. Drei Reinigungen im Jahr (März, Juli, Oktober) seien ausreichend, um die Kuppel das ganze Jahr über annehmbar sauber zu halten. „Eine häufigere Reinigung ist im Interesse der Besucher nicht wünschenswert, weil die Kuppel für die Innenreinigung eine Woche lang gesperrt werden muss“, so Haacke. Dazu ist eine Komplettreinigung nicht günstig, sie kostet 13.000 Euro. Kuppel und Dachterrasse des Reichstagsgebäudes können jetzt wieder kostenlos besichtigt werden.

Sara Klinke, Bild: Alle Rechte beim Dt. Bundestag