Manege frei am Tempelhofer Feld

Zirkus Cabuwazi zieht an den Columbiadamm.

Die neue Cabuwazi-Heimat steht fest. Der Kinder- und Jugendzirkus wird nach dem Gespräch mit der Senatsverwaltung von Friedrichshain zum Columbiadamm umziehen, direkt hinter das Heizhaus an den Hangars des stillgelegten Flughafens. Seit Februar laufen die Gespräche über den neuen Standort. Jetzt müssen noch Detailfragen etwa zu den Fluchtwegen oder zu den Medienanschlüssen geklärt werden. Wie lange das dauert, ist offen. „Wir wollen so schnell wie möglich am Columbiadamm unsere Zelte aufschlagen“, sagt Geschäftsführer Karl Köckenberger.

Wenig Platz

cr_lvs_ti_tesc_43-1Am Postbahnhof in Friedrichhain ist es für den Zirkus zuletzt immer enger geworden. So musste Cabuwazi schon vor längerem zwei der insgesamt drei Zelte abbauen. „Im Regelbetrieb können wir nur noch mit 40 bis 50 Kindern arbeiten, mit allen drei Zelten waren es noch bis zu 100 Kinder“, sagt Köppenberger. Die Kinder und Jugendlichen am bisherigen Standort will der Zirkus nicht einfach so zurücklassen, sofern ihnen der Weg zum Columbiadamm zu weit ist. 2013 hat der Zirkus in Friedrichshain mit Schulen, einer Kita und dem Jugendclub Feuerwache den Campus Eastside mit speziellen Bildungs- und Freizeitangeboten ins Leben gerufen. „Zusammen mit der 36. Grundschule in der Andreasstraße und der Ellen Key Sekundarschule in der Rüdesheimerstraße werden wir unsere Zirkusangebote dort fortsetzen“, verspricht Köckenberger.

Integrativer Zirkus

Am neuen Standort soll indes die integrative zirkuspädagogische Arbeit zur vollen Entfaltung kommen. Seit vergangenen Dezember bietet Cabuwazi in den Hangars des Flughafens Tempelhof Zirkustraining für geflüchtete Kinder und Jugendliche an. Durch den beschlossenen Umzug werden im Grunde zwei Standorte zusammengeführt, der Zirkus selbst und das Integrationsprojekt in den Hangars.

Viel Erfahrung

Der Zirkus weiß längst, wie es geht, wenn geflüchtete und Berliner Kinder zusammenkommen. „Wir hatten zuletzt bereits 15 Kinder aus den Tempelhofer Hangars am Postbahnhof. Die gemeinsame Arbeit war sehr schön““ sagt Köckenberger. „Verständigungsprobleme gibt es da nicht, schließlich haben wir unsere Zirkus-Sprache und in der dürfen die Kinder auch Fehler machen.

Daniel Seeger, Bilder: Yves Sucksdorff