Zwei neue Stars für Berlin

Pläne werden konkreter: Ein Panda-Pärchen zieht im Sommer von China nach Berlin.

Welche Bambussorten den Großen Pandas am liebsten sind, wie dick ein Bambusstamm sein sollte und welche Ansprüche die seltenen Bären sonst so an ihren Lebensraum stellen, hat Zoopark-Direktor Dr. Andreas Knierim während seiner Dienstreise nach China erfahren. Die Pläne, ein Panda-Pärchen nach Berlin zu holen, werden nämlich konkreter. In Peking hat Knierim die abschließenden Vertragsgespräche geführt und später in Chengdu die Panda-Aufzucht-Station besucht.

Zuhause in Vorbereitung

„Auf der Agenda standen die letzten Vertragsverhandlungen und die Abstimmung der Gehegedetails. Welches Pandapärchen es tatsächlich sein wird, werden wir erst bei Vertragsunterzeichnung in den nächsten Wochen entscheiden“, verrät Knieriem. Aktuell wird in Berlin die Baustelle für die gut 5.000 Quadratmeter große Panda-Landschaft vorbereitet. Im Sommer sollen die flauschigen Bären dann einziehen.

Pandas gehören dazu

Wer ein Zoo-Fan ist, wird sich noch an „Bao Bao“, den Panda-Star im Berliner Zoo erinnern können. Er war jahrzehntelang die Attraktion schlechthin und auch der älteste in einem Zoo lebende Panda der Welt. Zeitweise hatte er Gefährtinnen. Sie hießen „Tjen Tjen“ und „Yan Yan“. „Nun will Berlin wieder die großen Pandas zeigen, die für viele einfach zum Berliner Zoo dazugehören“, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. Derzeit gibt es in Deutschland keinen einzigen großen Panda mehr. Außerdem wolle man mit dem Umzug eines Panda-Pärchens von China nach Berlin die Zucht sichern. Der Hauptstadt-Zoo beteiligt sich an zwei Dritteln aller internationalen Zuchtprogramme. Dabei sei es unter anderem das Ziel, sogenannte „Reservepopulationen“ an verschiedenen geografischen Stellen zu halten. Bricht beispielsweise in China eine Krankheit aus, können die Tiere in Deutschland als Reserve dienen. In den vergangenen Jahrzehnten galten die Pandas als stark bedroht. Die Bestandszahlen sind zwar gestiegen. So leben heute wieder knapp 2.000 Individuen in China. Damit gelten sie jedoch immer noch als gefährdet.

Nachwuchs erhofft

cr_lvs_ch-wi_presidentWie genau das Panda-Gehege aussehen soll, will Zoopark-Direktor Knierim noch nicht verraten. „Details verraten wir zum Spatenstich im November.“ Eines steht jedoch fest: Das Klima in Deutschland wird für die Pandas wohl kein Problem sein. „Auch in den chinesischen Bergen kann es im Winter sehr kalt werden, das dicke Fell hält die Pandas in China und auch in Deutschland warm“, so die Pressestelle. Natürlich wünscht sich der Zoo für das Panda-Pärchen auch Nachwuchs. Das sei auch im Interesse der chinesischen Organisationen für den Schutz der Tiere. Bei der Auswahl wird also darauf geachtet, dass Männchen und Weibchen fruchtbar sind und genetisch zueinander passen. Pandas sind in China ein Heiligtum, an andere Länder werden sie nur verliehen, und das unter strengsten Auflagen. Für Berlin ist die Leihgabe auf 15 Jahre beschränkt.

Die Bambus-Spezialisten

Pandas fressen rund 15 verschiedene Bambussorten und jedes Tier hat seine ganz individuellen Vorlieben, die sich auch mal ändern können. „Da wir unsere Pandas noch nicht kennen, wissen wir noch nicht, welches ihre Lieblingssorten sind“, heißt es von Seiten des Zoos. Dr. Andreas Knieriem habe jedoch gelernt, dass Pandas die Bambusstämme zwischen einem und drei Zentimeter am liebsten mögen. Die Sprösslinge sind für Pandas allerdings auch ganz besondere Leckerbissen.

Sara Klinke, Bild: Thinkstock/Hemera/Daniel Vincek