Hier ist der BER schon Wirklichkeit

U-Bahnhof Rudow wird für Airport-Verkehr fit gemacht.

Wann der Großflughafen BER eröffnet, will niemand sagen. Im äußersten Süden des Bezirks hat die Zukunft längst begonnen. Der U-Bahnhof Rudow wird auf seine Rolle als Zubringer für den neuen Airport vorbereitet. Dieser ist für jährlich 45 Millionen Fluggäste konzipiert. Am derzeitigen Flughafen Schönefeld waren es 2015 rund 8,5 Millionen. Das stellt den U-Bahnhof, wo viele Flugpassagiere von der U7 in die Buslinien X7 und 171 wechseln, vor neue Herausforderungen. Komfortabler, übersichtlicher und auch hochwertiger soll das Ambiente werden.

Neues Image

Zur Verbesserung der Umsteigebeziehungen zum Busverkehr erhält die Verteilerhalle an beiden Seiten neue Zugänge mit Fahrtreppen. An deren oberem Ende verschafft den Reisenden eine Überdachung aus Stahl und Glas Schutz vor Wind und Wetter. Dort verkehren die Busse künftig im Fünfminutentakt. Parallel werden die Verteilerhalle und die Bahnsteighalle grundsaniert und umgestaltet. Die Endstation der U7 wurde im Jahr 1972 errichtet. Das war ihr bislang auch anzusehen. Der Weg von der U-Bahn nach draußen führte durch schummriges Licht und vergleichsweise enge Gänge. Damit ist bald Schluss. Der schwarze Asphaltboden wurde durch graugetönte Granitsteinplatten ausgetauscht. Die orangefarbenen Ethanit-Wandelemente über den Gleisen weichen einer blauen Grundfläche, die durch graue Edelmetallstreben ergänzt wird. Zuvor werden die von Betonkaries geplagten Außenwände ausgebessert. Der blau-graue Farbmix soll sich im oberen Bereich des Bahnhofs fortsetzen und Flughafen-Flair verströmen.

„Dieser Bahnhof soll ein ganz anderes Image bekommen“, sagt BVG-Bau-Chef Uwe Kutscher bei einem Baustellenbesuch. „Die Vorhalle wird vergrößert, der Gang verbreitert und die Ladenlokale deutlich hochwertiger gestaltet, der Branchenmix wird sich ändern.“ Im Rahmen des barrierefreien Ausbaus werden die Bahnsteigkanten angepasst und das Blindenleitsystem erneuert. Bauarbeiter sanieren auch die zerschlissene Treppe zum Bahnsteig. Insgesamt steckt die BVG rund 9,6 Millionen Euro in die Bauarbeiten. Am stadtauswärts gelegenen Teil des Knotenpunktes will die BVG demnächst zwei wichtige Etappenziele erreichen: Am 27. November werden der Bahnsteig und der renovierte Zugang an der Groß-Ziethener Chaussee freigegeben. Ein Tag später soll auch die momentan unterbrochene U7 wieder zwischen den Bahnhöfen Zwickauer Damm und Rudow verkehren. Im Dezember wird der neue Eingang an der Neuköllner Straße fertig sein. Bis zum nächsten Herbst nächsten Jahres soll auch der bislang unberührte Eingangsbereich an der stadteinwärts gelegenen Seite der Neuköllner Straße vollendet sein. Der oft diskutierte Weiterbau der U7 nach Schönefeld spiele bei den Arbeiten keine Rolle. „Diese Verlängerung wäre schon jetzt jederzeit möglich“, betont Kutscher.

Bild und Autor: Nils Michaelis