Höflich und elektronisch

Innovationen: Serviceroboter führt Gäste durch Ausstellung im Deutschen Technikmuseum.

Tim ist 1,50 Meter groß, wiegt 75 Kilogramm, spricht fließend Deutsch und Englisch und führt mit charmantem Augenklimpern durch die Ausstellung im Deutschen Technikmuseum (Trebbiner Straße 9). Tim ist allerdings kein Mensch, sondern ein freundlicher Museumsroboter. Die Besucher können sich ab sofort von ihm durch die Ausstellung „Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme“ in der Ladestraße des Museums lotsen lassen.

Teil des Alltags

Der museale Einsatz von Tim geht Hand in Hand mit einer allgegenwärtigen technischen Entwicklung: Die Roboter sind da! In den letzten Jahrzehnten wurden sie vor allem in Science-Fiction-Filmen oder Kinderzimmern gesichtet, jetzt tauchen Serviceroboter auch zunehmend in Fabriken und Supermärkten auf. „Es ist anzunehmen, dass Roboter bald ganz selbstverständlich Teil unseres Alltags sein werden“, teilt das Museum mit. Tim kennt den kürzesten Weg und bleibt immer höflich. Museumsroboter Tim habe das Potenzial zum Publikumsliebling: Er stellt sich den Besuchern vor, zeigt den kürzesten Weg zu ausgewählten Objekten in der großflächigen Ausstellung und spricht dann unterhaltsam und verständlich über die Bedeutung und Funktion dieser Exponate.

Die einzelnen Objekte – darunter eine „smarte“ Toilettenbrille, ein knallorangenes Telefon mit Wählscheibe und der riesige Datenkrake Otto – werden über ein leicht bedienbares Touchpad ausgewählt. Tim bietet auch eine komplette Tour zu allen zwölf in sein System einprogrammierten Ausstellungsstücken an. Während der Erläuterungen sei es ohne Probleme möglich, die Sprache zu wechseln. Seine Aufgabe erfüllt der mobile Serviceroboter SCITOS A5 der Firma MetraLabs aus dem thüringischen Ilmenau mit Hilfe der Elektronik, der Software und der Daten, die in ihm stecken. Mit seinen computergesteuerten Getriebemotoren kann er sich selbstständig bewegen. Um zu erkennen, ob ihm jemand oder etwas im Weg steht, nutzt er Sensortechnik. Rempelt ihn jemand versehentlich an, bleibt Tim höflich und sagt: „Kannst Du bitte den Weg freimachen?“ Durch eine computergenerierte Stimme kann er die Informationen zu den Ausstellungsobjekten in Deutsch und Englisch wiedergeben.

Neue Helfer

Serviceroboter sind weltweit auf dem Vormarsch: Tims Artgenossen sehen ganz unterschiedlich aus, manche mähen Rasen oder saugen Staub, andere machen Inventur in Warenlagern oder räumen in Restaurants das Geschirr ab. In Japan werden Serviceroboter bereits in der Altenpflege und als Haushaltshilfe eingesetzt. Im Deutschen Technikmuseum haben die Besucherinnen und Besucher jetzt dank Tim die Möglichkeit, Erfahrungen mit einem Serviceroboter zu sammeln.

red, Bild: SDTB/C. Kirchner